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Re: Italien
Verfasst: 17.11.2011, 16:50
von Livia
«Etwas in ihm ist zerbrochen»
Kaum ein Italiener kennt die Italiener so gut wie Sergio Romano. Der Historiker, Autor und Kolumnist zieht Bilanz der Ära Berlusconi. Der Cavaliere habe seine Versprechen nicht gehalten, sein Erbe sei allerdings besser, als es nun dargestellt werde.
Von Urs Gehriger
http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisg ... dID=543152
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Re: Italien
Verfasst: 18.11.2011, 13:43
von AlexRE
Livia hat geschrieben:In Mailand, Turin, Rom, Palermo und Bari gingen Tausende Menschen auf die Strasse, um gegen die Regierung zu demonstrieren, die nach ihrer Ansicht eine Regierung der Banker ist.
Das ist nicht nur die Ansicht der Demonstranten, sondern eine offenkundige Tatsache. In diesem Fall der Übertragung der Regierungsgewalt durch eine demokratisch gewählte Regierung auf die von niemandem gewählte internationale Bankenmacht würde ich als Bürger des betroffenen Landes höchst ausnahmsweise auch demonstrieren, obwohl ich sonst von Demonstrationen wenig halte, weil sie nur von der Notwendigkeit intelligenterer Entscheidungen an der Wahlurne ablenken.
Da sind dringend Neuwahlen angezeigt und bis zu deren Durchführung würde ich als Italiener auch keine Ruhe geben.
Re: Italien
Verfasst: 18.11.2011, 17:49
von Livia
AlexRE hat geschrieben:Livia hat geschrieben:In Mailand, Turin, Rom, Palermo und Bari gingen Tausende Menschen auf die Strasse, um gegen die Regierung zu demonstrieren, die nach ihrer Ansicht eine Regierung der Banker ist.
Das ist nicht nur die Ansicht der Demonstranten, sondern eine offenkundige Tatsache. In diesem Fall der Übertragung der Regierungsgewalt durch eine demokratisch gewählte Regierung auf die von niemandem gewählte internationale Bankenmacht würde ich als Bürger des betroffenen Landes höchst ausnahmsweise auch demonstrieren, obwohl ich sonst von Demonstrationen wenig halte, weil sie nur von der Notwendigkeit intelligenterer Entscheidungen an der Wahlurne ablenken.
Da sind dringend Neuwahlen angezeigt und bis zu deren Durchführung würde ich als Italiener auch keine Ruhe geben.
Stimmt schon so, Berlusconi wollte ja Wahlen durchführen aber wie so oft, hat man ihn auch da gehindert.
Re: Italien
Verfasst: 23.11.2011, 10:32
von Livia
Monti verspricht zu sparen
Italiens neuer Regierungschef Mario Monti will die Staatsschulden Roms verringern und sein Land wieder zur drittstärksten Wirtschaftskraft Europas machen. Dies versicherte Monti anlässlich seines ersten Besuchs in Brüssel, wo er mit Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zusammenkam.
http://de.euronews.net/2011/11/22/monti ... zu-sparen/
Re: Italien
Verfasst: 23.11.2011, 10:37
von Livia
Monti geht in Euro-Krise auf Abstand zu Berlin und Paris
(AFP) – Vor 15 Stunden
Brüssel — Der neue italienische Regierungschef Mario Monti ist auf Abstand zum deutsch-französischen Vorgehen in der Schuldenkrise gegangen. "Zwischen der Euro-Zone und dem Rest darf keine zu deutliche Trennungslinie enstehen", sagte Monti in Brüssel mit Blick auf Bemühungen Deutschlands und Frankreichs, die Krise im Kreis der 17 Euro-Länder zu bewältigen. Monti zeigte sich zudem offen für die Einführung von Euro-Bonds.
http://www.google.com/hostednews/afp/ar ... ea242b.2f1
Ob er sich da nicht aufs Glatteis begibt?
Re: Italien
Verfasst: 23.11.2011, 11:12
von Livia
Italienische “Linke” unterstützt neuen Premier Mario Monti
Von Marc Wells
19. November 2011
Als der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano, ein früherer Stalinist, vergangene Woche den Technokraten Mario Monti zum neuen Premierminister ernannte, konnte er von vorneherein auf die Unterstützung der „linken“ Parteien und Gewerkschaften zählen. Damit ist der Weg für eine Regierung frei, die beispiellose Angriffe auf die Arbeiterklasse führen wird und einen weiteren Schritt in Richtung eines autoritären Polizeistaats bedeutet.
Monti wurde unter Umgehung des demokratischen Prozederes eingesetzt. Er wurde in keiner Weise von der Bevölkerung gewählt, vielmehr von den italienischen bürgerlichen Parteien als Antwort auf die Börsenturbulenzen eingesetzt. Monti erklärte, er werde das Amt nur übernehmen, wenn er mindestens achtzehn Monate, d.h. bis zu den nächsten ordentlichen Wahlen, bleiben könne. Da sich die neue Regierung jedoch auf keinerlei Basis in der Bevölkerung stützen kann, ist sie sehr schwach und instabil.
http://www.wsws.org/de/2011/nov2011/ital-n19.shtml
Re: Italien
Verfasst: 23.11.2011, 11:23
von Livia
Mario Monti und Mario Draghi
Als die Renditen 10jähriger italienischer Staatsanleihen auf über 7% schossen, da kamen Monti und Draghi ins Amt. Es ist fast so, als hätten sie das so geplant. Wer verdient am meisten mit dem Geschäft mit Staatsanleihen? Ich weiß es nicht...aber Goldman Sachs sollte da ziemlich weit oben stehen.
Sie erinnern sich daran, dass es Goldman Sachs war, welche Griechenland halfen, ihre Bilanzen so zu tricksen, dass sie es doch schafften, den Euro zu bekommen. Und jetzt, wo die Schulden explodiert sind, sind die Jungs von Goldman wieder mit dabei, und sie managen das Durcheinander, welches so zuvor mit erschaffen haben.
Was ist deren Lösung? Oh, das wissen Sie doch inzwischen. Die schlagen mehr Zentralisierung vor, mehr Management, mehr Papiergeld, mehr Schulden, mehr Inflation, mehr von diesen ganzen Dingen.
http://www.investor-verlag.de/mario-mon ... 107115813/
Re: Italien
Verfasst: 23.11.2011, 11:30
von Livia
Die Frauen des Mario Monti
Von Nina Merli. Aktualisiert am 17.11.2011 8 Kommentare
Statt auf attraktive, unqualifizierte Frauen setzt Italiens neuer Premier auf erfahrene Expertinnen und beendet damit die Ära der Papi-Girls.
Silvio Berlusconi hat nie einen Hehl aus seiner Vorliebe für Frauen gemacht. Einerseits hat er sich mit seinen Bettgeschichten gebrüstet, andererseits hat er stets unterstrichen, wie sehr er Frauen in seiner Politik fördere. Und ja, es stimmt, noch nie waren so viele Frauen in Italiens Parlament vertreten wie unter Berlusconis Führung. Doch während der geschiedene Premier vor allem auf ehemalige Showgirls (Mara Carfagna), TV-Moderatorinnen (Michela Vittoria Brambilla) oder Dentalhygienikerinnen (Nicole Minetti) setzte und diese mit relativ unbedeutenden Ämtern abspeiste, hat Mario Monti drei hochkarätige Expertinnen an Bord geholt und ihnen erst noch wichtige Ministerien zugeschrieben.
Nicoletta Battistuta
17.11.2011, 17:23 Uhr
Ich bin Italienerin und muss ihnen sagen Herr Zumthür, die Mehrheit der italienischen Männern idendifizieren sich leider heute noch mit Berlusconi.
Elsa Fornero, Arbeits-, Sozial- und Gleichstellungsministerin
Die Wirtschaftsprofessorin gilt als eine sehr resolute Frau.
So wird sie auch mit grösster Entschlossenheit eines der akutesten Probleme Italiens angehen müssen: Die Pensionsreform. Auf diesem Gebiet kennt sich die Turinerin aus. Sie ist Mitgründerin des Cerp, Centre for Research on Pensions and Welfare Policies, eines der wichtigsten Studienzentren zum Sozialstaat Italien. Schon lange bevor die EU Druck auf Berlusconi ausübte, hat die Fornero betont, dass man dieses Thema dringend angehen müsse. Viele Sympathien im Volk hat Fornero ihre Einstellung gegenüber der Rente auf Lebenszeit gebracht, von der viele italienische Politiker auch nach kürzestem Einsatz profitieren: Es seien Opfer vonseiten der Politiker nötig, damit «endlich gleiche Regeln für alle herrschen».
http://tt.bernerzeitung.ch/ausland/euro ... y/31409542
Re: Italien
Verfasst: 23.11.2011, 13:21
von AlexRE
Livia hat geschrieben:Mario Monti und Mario Draghi
Als die Renditen 10jähriger italienischer Staatsanleihen auf über 7% schossen, da kamen Monti und Draghi ins Amt. Es ist fast so, als hätten sie das so geplant. Wer verdient am meisten mit dem Geschäft mit Staatsanleihen? Ich weiß es nicht...aber Goldman Sachs sollte da ziemlich weit oben stehen.
Sie erinnern sich daran, dass es Goldman Sachs war, welche Griechenland halfen, ihre Bilanzen so zu tricksen, dass sie es doch schafften, den Euro zu bekommen. Und jetzt, wo die Schulden explodiert sind, sind die Jungs von Goldman wieder mit dabei, und sie managen das Durcheinander, welches so zuvor mit erschaffen haben.
Was ist deren Lösung? Oh, das wissen Sie doch inzwischen. Die schlagen mehr Zentralisierung vor, mehr Management, mehr Papiergeld, mehr Schulden, mehr Inflation, mehr von diesen ganzen Dingen.
http://www.investor-verlag.de/mario-mon ... 107115813/
So gesehen ist die Entwicklung in Italien eigentlich nur folgerichtig. Wenn die Bankster "normalen" gewählten Politikern eine alternativlose Politik aufzwingen können, dann sind nicht gewählte Wirtschaftsexperten wahrscheinlich das kleinere Übel für das Gemeinwohl, weil sie noch am ehesten sachgerechte Schadensbegrenzungsstrategien entwickeln können.
Re: Italien
Verfasst: 24.11.2011, 11:43
von Livia
Monti kündigt Ermittlungen zu Schmiergeldaffäre an
Der neue italienische Ministerpräsident Mario Monti hat Ermittlungen zur Korruptionsaffäre um den Rüstungs- und Raumfahrtkonzern Finmeccanica angekündigt.
Monti erklärte am Mittwoch in einer Stellungnahme, er werde die Minister für Verteidigung und wirtschaftliche Entwicklung anweisen sicherzustellen, dass alle notwendigen Schritte unternommen würden.
Das Büro von Monti konnte Berichte von Nachrichtenagenturen über ein Treffen zwischen dem Vorsitzenden von Finmeccanica, Francesco Guarguaglini, und dem Staatssekretär Antonio Catricala nicht bestätigen. In den Medien war über Verbindungen der Affäre mit der Regierung von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi spekuliert worden.
http://www.bluewin.ch/de/index.php/17,5 ... sland/sda/