Zu Tode gespart

Themensammlung "Pflegenotstand"

Re: Zu Tode gespart

Beitragvon Uel » Sa 17. Mär 2012, 13:50

... das mit der Pflegestufe scheint aber nicht durchgängig so zu sein. In meinem Umfeld scheinen die Pflegestufen eher angemessen zugeteilt zu werden.
Liebe Grüße
von Uel


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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Sa 17. Mär 2012, 14:35

Uel hat geschrieben:... das mit der Pflegestufe scheint aber nicht durchgängig so zu sein. In meinem Umfeld scheinen die Pflegestufen eher angemessen zugeteilt zu werden.


Das finde ich schon fast erstaunlich, ich selbst kann aus meiner Erfahrung heraus auch nur falsche Einstufungen zu Lasten der Pflegebedürftigen bestätigen.

Davon abgesehen kann ich mich noch gut an die vollmundigen Ankündigungen von Politikern vor der Einführung der Pflegeversicherung erinnern, man wolle die Menschenwürde der Betroffenen dadurch schützen, dass man verhindert, dass sie in der letzten Lebensphase noch sozialhilfeabhängig werden.

Tatsächlich ist man heute im Pflegeheim auch bei richtiger Einstufung fast immer von Sozialhilfe abhängig. Es ging also nur um die zusätzlichen Zwangsabgaben.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon chippysunnray » Sa 17. Mär 2012, 19:42

Königin Silvia von Schweden engagiert sich für Demenzkranke

Köln/Bottrop - Im März will Königin Silvia von Schweden (68) in Bottrop (Nordrhein-Westfalen) die bundesweit erste Begegnungsstätte des Malteser Hilfsdienstes für Menschen in der Frühphase der Demenz eröffnen.

Die schwedische Königin werde am 16. März eine Ansprache halten und sich die Einrichtung anschauen, teilten die Malteser gestern in Köln mit. Die Malteser wollen solche Einrichtungen bundesweit mit unterschiedlichen Angeboten für Erkrankte und ihre Familien etablieren.

Zwischen den Maltesern und der Königin gibt es seit mehreren Jahren eine Zusammenarbeit. 2009 hatte Silvia im Kölner Sankt Hildegardis-Krankenhaus eine Station eröffnet, die eine spezielle Versorgung für Menschen anbietet, die neben einer akuten Erkrankung zugleich an Demenz leiden. Auf der Station werden die Kranken von eigens geschulten Pflegekräften betreut.

Die Königin hatte 1996 nach den Erfahrungen mit der Demenzerkrankung ihrer eigenen Mutter die “Silviahemmet”-Stiftung gegründet, die die Demenzforschung fördert und unter anderem spezielle Pflegekurse für Angehörige, Fachpersonal und Betreuungsteams anbietet.


Quelle: Bietigheimer Zietung online/-gw

Finde ich klasse!
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon chippysunnray » Do 12. Apr 2012, 16:48

Das ist doch mal ein kleiner schritt zum Erfolg ;) Pflege-WGs sollen gefördert werden:

Das Bundeskabinett hat grünes Licht für die Reform der Pflegeversicherung gegeben. Der Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sieht bessere Leistungen für Demenzkranke und pflegende Angehörige vor. Finanziert werden sollen die zusätzlichen Kosten im Umfang von 1,1 Milliarden Euro durch eine Anhebung des Beitragssatzes um 0,1 Prozentpunkte ab Januar 2013. Das Gros des Geldes soll in höhere Leistungen vor allem für Demenzkranke fließen. Davon würden laut Bahr 500.000 Menschen in Deutschland profitieren.
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Sa 11. Aug 2012, 17:53

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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Mo 10. Mär 2014, 23:52

Die Geschichte wurde vor Jahren schon auf dem privaten GG - Forum gepostet, ist aber immer noch aktuell:

Ich geh' nicht ins Altenheim!

Wenn ich einmal in später Zukunft alt und klapprig bin, werde ich bestimmt nicht ins Altersheim gehen, sondern auf ein Kreuzfahrtsschiff. Die Gründe dafür hat mir unser Gesundheitsminister geliefert: "Die durchschnittlichen Kosten für ein Altersheim betragen € 200,--/Tag"!

Ich habe eine Reservierung für das Kreuzfahrtsschiff "Aida" geprüft und muss für eine Langzeitreise als Rentner € 135,-- pro Tag zahlen. Nach Adam Riese bleiben mir dann noch € 65,-- pro Tag übrig. Die kann ich verwenden für:

Trinkgelder: € 10,--/Tag

Ich habe mindestens 10 freie Mahlzeiten, wenn ich in eines der Bordrestaurants wackele oder mir sogar das Essen vom Room Service auf das Zimmer, also in die Kabine, bringen lasse. Das heißt in anderen Worten, ich kann jeden Tag der Woche mein Frühstück im Bett einnehmen.

Die "Aida" hat drei Swimming Pools, einen Fitnessraum, freie Benutzung von Waschmaschinen und Trockner und sogar jeden Abend Shows.

Es gibt auf dem Schiff kostenlos Zahnpasta, Seife und Shampoo.
Das Personal behandelt mich wie einen Kunden, nicht wie einen Patienten. Und für € 5,-- Trinkgeld extra pro Tag lesen mit die Stewards jeden Wunsch von den Augen ab.

Alle 8 - 14 Tage lerne ich neue Leute kennen.
Fernseher defekt? Glühbirne Kaputt? Die Bettmatratze zu hart oder zu weich? Kein Problem, das Personal wechselt es kostenlos und bedankt sich für mein Verständnis.
Frische Bettwäsche und Handtücher jeden Tag ist selbstverständlich, und ich muss nicht einmal danach fragen.

Wenn ich im Altersheim falle und mir eine Rippe breche, dann komme ich ins Krankenhaus und muss gemäß der Krankenkassenreform täglich dick draufzahlen. Auf der "Aida" bekomme ich für den Rest der Reise eine Suite und werde vom Bordarzt kostenlos verarztet.

Ich habe noch von keinem Fall gehört, bei dem zahlende Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes vom Personal bedrängt oder gar misshandelt worden wären. Auf Pflegeheime trifft das nicht im gleichen Umfang zu.

Nun das Beste:
Mit der "Aida" kann ich nach Südamerika, Afrika, Australien, Japan, Asien .... wohin auch immer ich will. Darum sucht mich in Zukunft nicht in einem Altersheim, sondern "just call shore to ship".
Auf der "Aida" spare ich jeden Tag € 50,-- und muss nicht einmal mehr für meine Beerdigung ansparen.

Mein letzter Wunsch ist dann nur: werft mich einfach über die Reling. Das ist nämlich auch kostenlos.
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Di 2. Jun 2015, 17:08

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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Sa 5. Sep 2015, 17:13

Zu den aus der Unterfinanzierung des Pflegebetriebs resultierenden Gefahren für Pflegebedürftige kommen auch noch die einer in diesem Bereich verfehlten Ernährungs - Ideologie: :roll:

UNTERERNÄHRTE ALTE

Hungern im Pflegeheim

(...)

Bei dieser Pressemeldung der Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechsel-krankheiten stockt einem beinahe der Atem: Bis zu 60 Prozent der Menschen in Altersheimen, Pflegeheimen und Krankenhäusern sollen mangel- oder unterernährt sein. Und was würden Sie dagegen tun? Klar doch, das Gleiche, was man mit großer öffentlichen Teilnahme bei Missernten, Naturkatastrophen und Hungersnöten in Afrika macht: Man gibt den Opfern etwas Nahrhaftes zu essen, am besten das, was sie am liebsten mögen. So kommen sie schnell zu Kräften. Überall auf der Welt wirken ein guter Koch und aufmerksames Personal wahre Wunder.

Pustekuchen! Ärzte und Ernährungsberaterinnen sehen das ganz anders: Denn wenn's ums Essen geht, braucht es statt guter Köchinnen gut bezahlte Experten, damit den Patienten statt einer appetitli-chen Mahlzeit eine "Ernährungstherapie" serviert werden kann. Angesichts der Kalorienphobie unter den einschlägigen Berufsgruppen müssen Pflegebedürftige und Greise mit dem Schlimmsten rech-nen: Gefordert wird von der gastroenterologischen Fachgesellschaft ausdrücklich viel Gemüse, das gewöhnlich kalorienarm ist, zusammen mit reichlich Vollkorn, - vermutlich damit klapperdürre Senioren zu ihrem Hunger auch noch Bauchschmerzen kriegen. Da können sie sich gleich von ihrem beratenden Gastroenterologen verarzten lassen.

(...)


http://www.deutschlandradiokultur.de/un ... _id=313507
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon Staber » Sa 5. Sep 2015, 18:19

im_pflegeheim_2123275.jpg
DGzRS
" Wir fahren raus, wenn andere reinkommen.

Gruß Staber
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon icke » Di 14. Feb 2017, 15:30

Der Deutsche Bundesverband für Pflegeberufe bezeichnete letztes Jahr die Personalpolitik in vielen Einrichtungen als Sparpolitik. Die Folgen für die Mitarbeiter sind "hohe Ausfallquoten, lange Krankheitsdauer, Berufsflucht, innere Kündigung, schlechtes Berufsimage und sinkender Berufsverweildauer vor allem der jungen Generation".

„Ein Gesundheitssystem ist immer nur so belastbar wie die Fachkräfte, die es tragen. Um deren Resilienz zu erhalten und zu stärken, sind gesundheitsfördernde Arbeitsumfelder nötig, ein Faktor, der in Deutschland bei beruflich Pflegenden seit Jahren sträflich vernachlässigt wird. Immer mehr Arbeit soll von immer weniger und geringer qualifiziertem Pflegepersonal bewältigt werden, bei steigenden Qualitätsanforderungen. Arbeitsrecht und Arbeitsschutzbestimmungen werden dabei gern großzügig ausgelegt, immer auf Kosten der Beschäftigten

https://www.dbfk.de/de/presse/meldungen ... sonals.php
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