Zu Tode gespart

Themensammlung "Pflegenotstand"

Re: Zu Tode gespart

Beitragvon maxikatze » Di 6. Aug 2019, 12:36

maxi schrieb:
Man muss sich wirklich fragen, was überhaupt noch funktioniert.


Zwangsmitgliedschaften funktionieren jedenfalls - trotz aller Kritik.

http://www.zwangskammer.de/aktuelles/
„Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz verlangt auf keinen Fall, dass eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen wird; das wird keine Pflegekammer verlangen“. Und nun findet sich
genau diese Festlegung/Forderung im Entwurf der Berufsordnung der Landespflegekammer RLP unter diesem Präsidenten Mai.
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Mi 29. Jan 2020, 14:01

Jetzt gefährden die Missstände im Pflegebereich auch noch die Funktionsfähigkeit des Rettungswesens: :evil:

Missstände in Pflegeheimen

Berliner Feuerwehr muss für fehlende Pflegekräfte einspringen

28.01.20 | 06:06 Uhr

43 Mal am Tag fahren die Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr in Pflegeheime zum Noteinsatz – und das häufig nur, weil eine Pflegekraft alleine überfordert ist. Jetzt schlägt die Feuerwehr Alarm.

(...)


https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... sonal.html
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon maxikatze » Mi 29. Jan 2020, 14:40

AlexRE hat geschrieben:Jetzt gefährden die Missstände im Pflegebereich auch noch die Funktionsfähigkeit des Rettungswesens: :evil:

Missstände in Pflegeheimen

Berliner Feuerwehr muss für fehlende Pflegekräfte einspringen

28.01.20 | 06:06 Uhr

43 Mal am Tag fahren die Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr in Pflegeheime zum Noteinsatz – und das häufig nur, weil eine Pflegekraft alleine überfordert ist. Jetzt schlägt die Feuerwehr Alarm.

(...)


https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... sonal.html

Das kommt alles vom "Sparen bis es quietscht".
So hatte sich Wowereit vor fast 2 Jahrzehnten ausgedrückt, um Kürzungen durchzusetzen. Geschah alles mit Billigung der Nachfolgepartei der SED.
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon icke » Sa 21. Mär 2020, 09:32

Der Pflegenotstand war schon vor Corona bedrohlich. Vivantes drohte schon im Sommer einen Whistleblower, der den Pflegenotstand anhand von Dienstplänen öffentlich machte.

Was zum guten Ton in der Außendarstellung gehört, das weiß man beim landeseigenen Klinikkonzern Vivantes. Die Unternehmensführung betone einen respektvollen Umgang miteinander, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. „Zentrales Thema ist dabei: eine transparente Führung des Gesundheitsunternehmens.“ Allerdings beansprucht der Vorstand offenbar ein Transparenz-Monopol – also darauf, Transparenz entweder herzustellen, oder sie zu verhindern, wenn sie zu unbequem wird. Einen Whistleblower und langjährigen Betriebsrat setzt Vivantes jedenfalls juristisch unter Druck.

Der Berliner Zeitung liegt ein von allen drei Geschäftsführern unterzeichnetes Schreiben vor, in dem der Konzern seinem früheren Mitarbeiter Volker Gernhardt mit rechtlichen Schritten droht. Er hatte Daten an die Öffentlichkeit gebracht, die das Ausmaß des Personalnotstands in der Krankenhauspflege verdeutlichen. Die Berliner Zeitung und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) veröffentlichten in diesem und im vorigen Jahr Teile seiner Recherchen. Gernhardt hatte darin exemplarisch für einzelne Stationen Belegungslisten und Dienstpläne miteinander verglichen und so die Arbeitslast des Personals errechnet. Sein Ergebnis: Die .


https://www.berliner-zeitung.de/mensch- ... t-li.20983
https://www.berliner-zeitung.de/mensch- ... l-li.53722
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Sa 21. Mär 2020, 20:08

icke hat geschrieben:Der Pflegenotstand war schon vor Corona bedrohlich. Vivantes drohte schon im Sommer einen Whistleblower, der den Pflegenotstand anhand von Dienstplänen öffentlich machte.


Die EU will Whistleblower künftig gesetzlich schützen:

https://www.haufe.de/personal/arbeitsre ... 06512.html

Hoffen wir mal, dass das wie geplant funktioniert. Weit überfällig ist es ja sowieso.
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon icke » Do 2. Apr 2020, 15:36

Anfang März wurde bereits die Personaluntergrenze in der Pflege wieder aufgehoben.
https://www.bibliomed-pflege.de/alle-ne ... flege-aus/

Noch im Februar kündigten gleich 38 Pfleger und Ärzte einer Abteilung im Krankenhaus Vivantes
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... nhaus.html

Aus Mangel an Atemmasken müssen Ärzte und Pfleger von Vivantes ihre Atemmasken zu Hause auskochen. Vivantes geriet vor einigen Jahren durch eine Wallraff-Reportage in die Öffentlichkeit. Außerdem war der Ehemann einer Staatssekretärin für 30 eingestellte Anzeigen pro Woche bis Januar 2019 im Vorstand von Vivantes International.
https://www.rbb24.de/panorama/thema/202 ... NgzMDtDshN

Pflegekräfte von Vivantes und Charite wünschen sich mehr Unterstützung von Politik und Klinikleitung
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... ktion.html
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon AlexRE » Do 2. Apr 2020, 15:45

icke hat geschrieben:Aus Mangel an Atemmasken müssen Ärzte und Pfleger von Vivantes ihre Atemmasken zu Hause auskochen. Vivantes geriet vor einigen Jahren durch eine Wallraff-Reportage in die Öffentlichkeit. Außerdem war der Ehemann einer Staatssekretärin für 30 eingestellte Anzeigen pro Woche bis Januar 2019 im Vorstand von Vivantes International.
https://www.rbb24.de/panorama/thema/202 ... NgzMDtDshN


Staatsanwälte gehören in Deutschland nicht zur unabhängigen Justiz, die sind von Justizministern weisungsabhängig. Wenn eine Staatsanwältin also fleißig Strafverfahren einstellt, die in einem funktionierenden Rechtsstaat nicht eingestellt werden dürften, ist das vor allem politisch gewollt. Dass die Firma ihres Ehemann davon profitiert, ist für sie auch nur unter der Prämisse ungefährlich, dass sie politische Deckung hat.
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon icke » Mo 20. Apr 2020, 18:24

Rund 33 Prozent der Pflegepersonen warfen irgendwann nach Jobantritt aufgrund ihrer Vorgesetzten das Handtuch. Das hat eine Umfrage des Marktforschungsinstituts respondi im Auftrag des Online-Stellenmarktes meinestadt.de ergeben.Nach den schlimmsten Erlebnissen mit Vorgesetzten gefragt, berichten Mitarbeiter von "Bloßstellung vor Patienten”.
http://www.altenpflege-online.net/Infop ... Chefs/(cpg)/A4278?cpg=A4278&utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Altenpflege_Newsletter_9_KW&utm_content=Jede-dritte-Pflegekraft-kuendigt-wegen-des-Chefs

In einem Positionspapier hat die World Health Professions Alliance (WHPA) von allen Regierungen weltweit gefordert, Mitarbeiter ihrer Gesundheitssysteme maximal zu unterstützen. Ihr Schutz habe höchste Priorität. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) schließt sich diesem Appell an. "Zu dieser lebenswichtigen Unterstützung gehört nicht nur die geeignete persönliche Schutzausrüstung in der benötigten Menge, sondern insbesondere auch die entsprechende Zahl von Pflegefachpersonen. Es muss sichergestellt sein, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig abgelöst werden, Pausen nehmen können und genügend Erholungszeit zwischen ihren Einsätzen haben", so DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.
http://www.altenpflege-online.net/Infop ... flege/(cpg)/A4802?
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Re: Zu Tode gespart

Beitragvon maxikatze » Mi 22. Apr 2020, 17:07

AlexRE hat geschrieben:Auf Facebook gesehen und kommentiert:

30.000 Menschen formieren sich gegen Pflegekammer

(...)

Ihrem Ärger über das Vorgehen der Pflegekammer haben zahlreiche Menschen auch in Kommentaren auf NDR.de Luft gemacht. Ein User nennt die Bemessung des Beitrags "unverschämt, instinktlos und völlig realitätsfern". Er arbeite seit mehr als 20 Jahren als Pflegedienstleiter, doch 70.000 Euro Jahresgehalt habe er trotz Ruf- und Bereitschaftsdiensten nie erreicht.

(...)


https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... er128.html


>> Worin besteht denn die Gegenleistung dieser Kammer? <<

Das frage ich mich auch, zumal einfache Arbeitnehmer anderer Berufe auch nicht in Kammern organisiert sind. Die werden allenfalls von Gewerkschaften vertreten. Das hier sieht auch stark nach totaler Bürokraten - Stümperei aus:

Die Behörde verwies aber darauf, dass kaum jemand den angekündigten höchsten Mitgliedsbeitrag auch wirklich zahlen muss: Wenn die Fachkräfte ihr echtes Einkommen über ein Formular schriftlich mitteilen, dann wird ein neuer Bescheid verschickt - mit deutlich niedrigeren Mitgliedsbeiträgen.


https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... er118.html



Am besten, aller Pflegekräfte beschweren sich bei ihrer zuständigen Pflegekammer, in der sie seit einigen Jahren Zwangsmitglied sind. Mir erschließt sich nämlich noch nicht die Gegenleistung für ihre eingenommenen Zwangsbeiträge. Oder wurden sie inzwischen abgeschafft? Wie ich erfahren konnte, wurden zumindest in Niedersachsen die Zwangsbeiträge abgeschafft.
Sonne, du könntest im Heim nachfragen, ob die Pflegekräfte noch zahlen müssen.

https://www.rnd.de/politik/doch-keine-1 ... Nzvlvh8s00
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