Das Böse

Hier wird das Problem des zunehmend mangelhaften Schutzes der Bürger vor Gewalttaten und dessen verfassungsrechtliche Relevanz erörtert. (Artikel 1 Abs. 1 Satz 2 GG)

Re: Das Böse

Beitragvon GasGerd » Fr 16. Sep 2011, 18:52

Heute war ganz ordentlich Betrieb auf dem alten gmx - thread. Das ist einer meiner Beiträge dort:

duplexagon

"Nene, wer böses tut, der muss auch dafür gerade stehen, und darf sich nicht hinter irgendwelchen angeblichen Problemen im Leben damit rechtfertigen, dass jene jemanden schlugen oder töteten, solche Rechtfertigungen kann man nur in Gegenden anwenden, wie in den Slums von manchen Orten oder da wo es Wirklich ein schreckliches Leben ist."

Ich persönlich lasse auch unter solchen Umständen die durch den Täter in der Vergangenheit selbst erlittene Gewalt nicht als Entschuldigungs- oder gar Rechtfertigungsgrund gelten.

Ausgerechnet die, die das Leiden der Opfer aus eigener Erfahrung am besten beurteilen können und alles, was Gewaltopfer durchmachen, ihnen auch wirklich wissentlich zufügen WOLLEN, sollen milder bestraft werden als etwa Choleriker, die selbst noch nie Gewaltopfer wurden?

Da mache ich nicht mit. Übrigens verdrängen die Leute, die solche Gewalttaten durch die soziale Brille betrachten, dass die allermeisten Opfer selbst sozial benachteiligte Menschen sind und fast alle Opfer von besonders schutzwürdigen jugendlichen Gewaltkriminellen ("Erziehung vor Strafe") auch Jugendliche, deren Zukunft durch schwere Verletzungen, Behinderung oder gar Tod noch viel stärker beeinträchtigt wird als die des Täters durch einen Knastaufenthalt.


http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/11689924?sp=77#jump
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Re: Das Böse

Beitragvon AlexRE » Sa 17. Sep 2011, 12:33

Excubitor hat geschrieben:
Livia hat geschrieben:[...]
Excubitor hat geschrieben:Außerdem kommt es zu einem an anderer Stelle schon mehrfach ausgeführten Wechselspiel zwischen beidem, also geerbt und erlernt: Über einen langen Zeitraum immer wieder in selbiger Art und Weise ausgeführte Verhaltensweisen gehen nach genetischen Erkenntnissen mit der Zeit auch in die Erbstruktur über, so dass man derzeit durchaus beide hier vertretenen Ansichten schlüssig begründen kann, je nach Prämissen und deren Gewichtung.


Das finde ich jetzt sehr interessant.


Zu dem was Du da von mir zitiert hast, Livia, habe ich hier eine kurze aber sehr bedeutsame Stelle eines Aufsatzes eines schwedischen Professors zur Funktionsweise des menschlichen Gehirns anzubieten, die schon Vieles daran einer Klärung zuführt:
"Gelernt oder geerbt
Einige dieser Module basieren teilweise auf genetischer Vererbung, doch auch die vererbten Module können durch lernen verändert werden. Alles, was wir lernen, in unserer Kindheit, und als Erwachsene, fügt unserem Gehirn neue kognitive Module hinzu. Ein erwachsener Mensch besitzt Millionen kognitiver Module. Die menschliche Spezies ist einzigartig was ihre Fähigkeit angeht, kognitive Module durch Lernen zu entwickeln und zu modifizieren. Deshalb ist der Mensch als Art so erfolgreich, denn er ist nicht so sehr instinktkontrolliert und kann genetische Module durch erlernte Module modifizieren oder ersetzen."
Geschrieben von: Jacob Palme, Professor, Universität Stockholm. Übersetzt von: Karin Austen.


Quelle:
http://web4health.info/de/answers/bio-brain-work.htm



Diese Einzigartigkeit geht noch viel weiter: Selbst wenn die genetische Disposition in Verbindung mit ungünstigen kognitiven Modulen wie z. B. Gewalterfahrungen zu einer individuellen Gewaltgeneigtheit geführt hat, hat ein Mensch immer noch die innere Freiheit, seinen Neigungen nicht nachzugeben und das erkennbar Richtige zu tun. Es gibt ja sogar Pädophile, die zeitlebens kein Kind missbrauchen. Wissenschaftliche Erklärungsmuster für Gewaltkriminalität sind also noch lange keine Entschuldigungsgründe.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Das Böse: Persönliche Stellungnahme

Beitragvon Excubitor » Sa 17. Sep 2011, 16:47

Das von mir angebotene wissenschaftliche Erklärungsmuster beinhaltet keine Entschuldigung für gewaltgeneigtes Verhalten, im Gegenteil: Die lerngesteuerte Modofikationsmöglichkeit des menschlichen Verhaltens beinhaltet ja gerade auch die von Dir, Alex, angeführte Kontrollmöglichkeit. Doch Du (wie sicher auch viele andere hier) wirst Dir sicher aus eigenen Erfahrungen ein Bild darüber machen können, wie leicht ein Mensch die Kontrolle verlieren kann und sein im wesentlichen sog. präfrontaler Kortex (das im wesentlichen zuständige Hirnarreal) ihm den Dienst versagt. Wut, Zorn, emotionale Erregung anderer Art, Alkoholeinfluss, andere Drogen, Medikamente, sogar starke Müdigkeit, etc., sind alles gewichtige Einflussmöglichkeiten, die die Kontrolle temporär oder längerfristig durchaus bis zum Erliegen bringen können...
Einen Kontrollverlust kann grundsätzlich jeder von uns erleiden. Verantwortlich dafür ist in jedem Fall der, welcher diesen fahrlässig oder vorsätzlich selbst herbeigeführt hat. Nur bei zweifelfrei unverschuldetem Kotrollverlust kann auch ein sowohl strafrechtlich als auch ethisch-moralisch entschuldigtes Verhalten gegeben sein...

Der Mensch ist zwar nicht von grundauf böse, jedoch je nach den persönlichen Lebensumständen zu ausnahmslos jedem Bösen grundsätzlich fähig...
Deshalb benötigen wir auch keinerlei Thesen über irgendein abstruses übernatürliches Böses als solches, das letztlich doch nur als (inakzeptabler) Entschuldigungsgrund für menschliches Fehlverhalten der übelsten Sorte verwendet wird...
Zuletzt geändert von Excubitor am Mo 19. Sep 2011, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Böse: Persönliche Stellungnahme

Beitragvon AlexRE » Mo 19. Sep 2011, 14:12

Excubitor hat geschrieben:Das von mir angebotene wissenschaftliche Erklärungsmuster beinhaltet keine Entschuldigung für gewaltgeneigtes Verhalten, im Gegenteil: Die lerngesteuerte Modofikationsmöglichkeit des menschlichen Verhaltens beinhaltet ja gerade auch die von Dir, Alex, angeführte Kontrollmöglichkeit. Doch Du (wie sicher auch viele andere hier) wirst Dir sicher aus eigenen Erfahrungen ein Bild darüber machen können, wie leicht ein Mensch die Kontrolle verlieren kann und sein im wesentlichen sog. präfrontaler Kortex (das im wesentlichen zuständige Hirnarreal) ihm den Dienst versagt. Wut, Zorn, emotionale Erregung anderer Art, Alkoholeinfluss, andere Drogen, Medikamente, sogar starke Müdigkeit, etc., sind alles gewichtige Einflussmöglichkeiten, die die Kontrolle temporär oder längerfristig durchaus bis zum Erliegen bringen können...
Einen Kontrollverlust kann grundsätzlich jeder von uns erleiden. Verantwortlich dafür ist in jedem Fall der, welcher diesen fahrlässig oder vorsätzlich selbst herbeigeführt hat. Nur bei zweifelfrei unverschuldetem Kotrollverlust kann auch ein sowohl strafrechtlich als auch ethisch-moralisch entschuldigtes Verhalten gegeben sein...

Der Mensch ist zwar nicht von grundauf böse, jedoch je nach den persönlichen Lebensumständen zu ausnahmslos jedem Bösen grundsätzlich fähig...
Deshalb benötigen wir auch keinerlei Thesen über irgendein abstruses übernatürliches Böses als solches, das letztlich doch nur als (inakzeptabler) Entschuldigungsgrund für menschliches Fehleverhalten der übelsten Sorte verwendet wird...


Die "persönlichen Lebensumstände" können keine Entschuldigung für Gewalttaten sein, jedenfalls nicht in einem Sozialstaat, in dem keine denkbaren persönlichen Lebensumstände eine existentielle Bedrohung mit sich bringen können.

Ich persönlich glaube, dass fast alle Gewalttaten eine misanthrophische bis menschenverachtende Grundeinstellung voraussetzen, sozusagen ein meist gehemmter, aber manchmal zu Tage tretender Basiswille, anderen Menschen Schaden zuzufügen.

Natürlich gibt es Ausnahmen, die diese Regel bestätigen. Unter Alkohol- oder Drogeneinfluss kann es auch zu Gewaltausbrüchen bei Menschen kommen, die das grundsätzlich nicht wollen und sich das auch selbst nicht zugetraut hätten. Manche Vorfälle sind insofern aber schwierig einzuordnen, hier ein Beispiel dafür:

Richter lief bei Sommerfest in Halle Amok
VON Steffen Reichert, 20.06.03, 20:45h, aktualisiert 19.05.04, 14:28h


(...)

Bei dem Fest, das bereits am 5. Juni wetterbedingt im Hochsicherheitssaal des Justizzentrums stattfand, soll Stefan P., ein 40-jähriger Zivilrichter am Landgericht, im alkoholisierten Zustand zunächst mehrere Frauen belästigt haben. Schließlich habe er eine Richterin auf der Tanzfläche belästigt, die sich jedoch von ihm abwandte. Nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Augenzeugen hat der Richter seine Kollegin daraufhin unter anderem als "Ostschlampe" beschimpft. Der Geschäftsleiter des Verwaltungsgerichts und ein Rechtsanwalt, die die Juristin schützen wollten, seien daraufhin von ihm attackiert worden. Der Geschäftsleiter soll nach einem Schlag in eine Scheibe getaumelt sein, der Anwalt mit einem Glas Bier übergossen und in den Unterleib getreten worden sein.

In völliger Ekstase habe der angreifende Richter vor den Augen der Öffentlichkeit, darunter mehreren anwesenden Bundesrichtern, seine anwesenden Kollegen lautstark als "Scheiß Ossis" beschimpft. Da es den Teilnehmern nicht gelungen sei, den Richter zu überwältigen, soll er dem Vernehmen nach schließlich von einem Justizwachtmeister mit einem Spezialgriff ruhig gestellt und anschließend in eine Zelle gesperrt worden sein. Seitdem wird in Justizkreisen heftig diskutiert, welche Konsequenzen das Verhalten des Richters haben könnte. Gemutmaßt wird, dass er bei einem Verbleib im Dienst künftig permanent mit Befangenheitsanträgen überzogen wird, weil er seine Einstellung gegenüber Ostdeutschen klar bekundet hatte.

(...)


Quelle: mz-web.de
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Re: Das Böse: Persönliche Stellungnahme

Beitragvon Excubitor » Mo 19. Sep 2011, 16:28

AlexRE hat geschrieben:
Excubitor hat geschrieben:Das von mir angebotene wissenschaftliche Erklärungsmuster beinhaltet keine Entschuldigung für gewaltgeneigtes Verhalten, im Gegenteil: Die lerngesteuerte Modofikationsmöglichkeit des menschlichen Verhaltens beinhaltet ja gerade auch die von Dir, Alex, angeführte Kontrollmöglichkeit. Doch Du (wie sicher auch viele andere hier) wirst Dir sicher aus eigenen Erfahrungen ein Bild darüber machen können, wie leicht ein Mensch die Kontrolle verlieren kann und sein im wesentlichen sog. präfrontaler Kortex (das im wesentlichen zuständige Hirnarreal) ihm den Dienst versagt. Wut, Zorn, emotionale Erregung anderer Art, Alkoholeinfluss, andere Drogen, Medikamente, sogar starke Müdigkeit, etc., sind alles gewichtige Einflussmöglichkeiten, die die Kontrolle temporär oder längerfristig durchaus bis zum Erliegen bringen können...
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Deshalb benötigen wir auch keinerlei Thesen über irgendein abstruses übernatürliches Böses als solches, das letztlich doch nur als (inakzeptabler) Entschuldigungsgrund für menschliches Fehlverhalten der übelsten Sorte verwendet wird...


Die "persönlichen Lebensumstände" können keine Entschuldigung für Gewalttaten sein, jedenfalls nicht in einem Sozialstaat, in dem keine denkbaren persönlichen Lebensumstände eine existentielle Bedrohung mit sich bringen können.

Ich persönlich glaube, dass fast alle Gewalttaten eine misanthrophische bis menschenverachtende Grundeinstellung voraussetzen, sozusagen ein meist gehemmter, aber manchmal zu Tage tretender Basiswille, anderen Menschen Schaden zuzufügen.

Natürlich gibt es Ausnahmen, die diese Regel bestätigen. Unter Alkohol- oder Drogeneinfluss kann es auch zu Gewaltausbrüchen bei Menschen kommen, die das grundsätzlich nicht wollen und sich das auch selbst nicht zugetraut hätten. Manche Vorfälle sind insofern aber schwierig einzuordnen [...]



Da es einen solchen Sozialstaat aber definitiv nicht gibt, besonders nicht in Deutschland, wird man über Ausnahmen von dieser grundsätzlich sicher richtigen Regel diskutieren müssen. Insbesondere in Deutschland werden immer mehr Menschen in den sozialen Ruin getrieben und von den weitgehenden Straftätern gewährten Freiheiten so weit in die Enge gedrängt, dass es bei solchen Konstellationen kaum bis nicht mehr möglich ist, die eigene Existenz zu sichern ohne selbst auf illegale Methoden zurückzugreifen. Geht dieser Existenzkampf so weit, dass es zum unausweichlichen Kontrollverlust kommt und Gewalt ausgeübt wird, wozu es sicher kommen kann, so sind in diesen eng eingegrenzten Ausnahmefällen nicht die Gewalttäter verantwortlich zu machen, sondern im Wesentlichen die für die Lebensumstände die zu dieser Tat geführt haben Verantwortlichen.
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Das Böse: Zum Begriff

Beitragvon Santo » Mo 19. Sep 2011, 16:34

Etwas zum darüber nachdenken...

"Das Böse" ist ein lediglich scheinmythologischer Begriff, der so in der Natur gar nicht existiert, sondern nur durch ethisch-moralische Definitorik überhaupt vorhanden ist...
Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.

Mahatma (Mohandas Karamchand) Gandhi (Indischer Philosoph, Pazifist, Menschenrechtler, Rechtsanwalt und Staatsmann)
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Re: Das Böse: Zum Begriff

Beitragvon AlexRE » Mo 19. Sep 2011, 16:49

Santo hat geschrieben:Etwas zum darüber nachdenken...

"Das Böse" ist ein lediglich scheinmythologischer Begriff, der so in der Natur gar nicht existiert, sondern nur durch ethisch-moralische Definitorik überhaupt vorhanden ist...


Das sehe ich nicht so. Zumindest alle Lebewesen, deren Kommunikationsfähigkeit weit genug entwickelt ist, dass sie sich hinsichtlich ihrer friedlichen oder unfriedlichen Absichten miteinander verständigen können, sind von Natur aus in der Lage, Verträge im allerweitesten Sinne zu schließen. Wenn man "Das Böse" so definiert, dass dazu im Kern immer eine Art von Verrat gehört (eines Vertrages oder Gesellschaftsvertrages = gesetzliche oder sittliche Norm), ist es eine Hervorbringung der Natur und kein herbeidefinierter "Scheinmythos" (was auch immer damit gemeint sein mag).
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Re: Das Böse

Beitragvon GasGerd » Mo 19. Sep 2011, 17:20

AlexRE hat geschrieben: Quelle: mz-web.de


Grelle Geschichte, die habe ich mal auf den gmx - thread zum heutigen Urteil gegen den U-Bahn - Schläger Thorsten P. gepostet: ;)



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"Erst saufen - dann prügeln. So wirds billiger ! Toller Tip. Immer wieder.
Aber vielleicht erwischt es ja auch mal die Rechts(ver)sprecher!?
Und wir wissen ja, die vorhandenen GEsetze sind ausreichend.
Sagen die Volksvertreter."

Richter werden nicht zusammengeschlagen, das sind (Staats-) Machtmenschen, ebenso wie Straßenschläger, die ihre Machtgeilheit gegen friedliche Menschen ausleben. Solche Seelenverwandten erkennen sich instinktiv und tun sich untereinander nichts, auch wenn die jeweilige Machtgeilheit wegen der total unterschiedlichen sozialen Verhältnisse / Rahmenbedingungen rein äußerlich sehr unterschiedlich sehr unterschiedlich zum Ausdruck kommt.

Normalerweise jedenfalls, Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel:

"Richter lief bei Sommerfest in Halle Amok

....

Bei dem Fest, das bereits am 5. Juni wetterbedingt im Hochsicherheitssaal des Justizzentrums stattfand, soll Stefan P., ein 40-jähriger Zivilrichter am Landgericht, im alkoholisierten Zustand zunächst mehrere Frauen belästigt haben. Schließlich habe er eine Richterin auf der Tanzfläche belästigt, die sich jedoch von ihm abwandte. Nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Augenzeugen hat der Richter seine Kollegin daraufhin unter anderem als "Ostschlampe" beschimpft. Der Geschäftsleiter des Verwaltungsgerichts und ein Rechtsanwalt, die die Juristin schützen wollten, seien daraufhin von ihm attackiert worden. Der Geschäftsleiter soll nach einem Schlag in eine Scheibe getaumelt sein, der Anwalt mit einem Glas Bier übergossen und in den Unterleib getreten worden sein.

In völliger Ekstase habe der angreifende Richter vor den Augen der Öffentlichkeit, darunter mehreren anwesenden Bundesrichtern, seine anwesenden Kollegen lautstark als "Scheiß Ossis" beschimpft. Da es den Teilnehmern nicht gelungen sei, den Richter zu überwältigen, soll er dem Vernehmen nach schließlich von einem Justizwachtmeister mit einem Spezialgriff ruhig gestellt und anschließend in eine Zelle gesperrt worden sein. Seitdem wird in Justizkreisen heftig diskutiert, welche Konsequenzen das Verhalten des Richters haben könnte. Gemutmaßt wird, dass er bei einem Verbleib im Dienst künftig permanent mit Befangenheitsanträgen überzogen wird, weil er seine Einstellung gegenüber Ostdeutschen klar bekundet hatte.

...."

http://www.mz-web.de/servlet/ContentSer ... 6102794155


http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/13120857?sp=301#post13123858
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Re: Das Böse - Gewalt

Beitragvon Santo » Fr 23. Sep 2011, 15:59

Bei Anwendungen von Gewalt sollte man sehr fein differenzieren, was in den meisten Lebensbereichen einfach missachtet wird, wo man gerne mal alles in einen Topf wirft.

Es ist etwas völlig anderes, ob ein Täter Gewalt anwendet aus Vergnügen daran, anderen zu schaden oder sich selbst damit aufzuwerten, oder aus Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber rechtswidrigem Handeln anderer, begünstigt durch den Verrat derjenigen Staatsvertreter an den Bürgern, welche eigentlich durch diese Obrigkeit geschützt werden müssten.
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Re: Das Böse

Beitragvon GasGerd » Mi 7. Dez 2011, 15:09

Der Bundesgerichtshof hat auf die Revision eines der beiden "20-Cent-Mörder" die vom LG Hamburg verhängte Gefängnisstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten ohne Bewährung aufgehoben und auf 2 Jahre mit Bewährung erkannt. Das habe ich bei gmx dazu geschrieben:

Die ganz hohen Herrschaften bei der Justiz sind nach wie vor der Auffassung, dass man das zum Ausbruch gekommene Böse im Menschen per Sozialtraining wieder wegbekommt:

"Zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung lautet das neue Urteil des Landgerichts gegen Onur K. (19). Außerdem muss Onur K. ein Sozialtraining absolvieren. Das Urteil fällte die Jugendkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit."

http://www.mopo.de/nachrichten/-20-cent-mord--onur-k--kommt-mit-bewaehrungsstrafe-davon,5067140,11270944.html

Ich habe allerdings den leisen Verdacht, dass diese Rechtsprechung anders aussähe, wenn die Familien von Bundesrichtern in "sozialen Brennpunkten" leben müssten oder wenn es überall brennen würde und es keine sicheren "besseren" Wohngebiete mehr gäbe.


http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/11689924?sp=105#jump
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