Türkei

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Re: Türkei

Beitragvon Staber » Sa 26. Okt 2019, 19:47

maxikatze hat geschrieben:Erdogan fühlt sich zu Unrecht angegriffen und verklagt ein französisches Blatt.
Wer ohne UNO-Mandat in ein fremdes Land einmarschiert und dort Krieg führt, muss sich gefallen lassen, dass das scharf kritisiert wird. >> "Ethnische Säuberung, die Methode Erdogan: Der Ausrotter" - so lautete die Kritik, die von der Zeitung mit keiner Silbe zurückgenommen wird.
Meine Meinung: Wenn Erdogan scharf schießen lässt, dürfen andere das mit Worten auch. Ich denke nicht, dass dabei seine Persönlichkeitsrechte verletzt wurden.

https://web.de/magazine/politik/tuerkei ... t-34130724



Moin Maxi!
Wer austeilt muss auch einstecken können. Wie oft beleidigt dieser Mann unsere Politiker und findet das total knorke?Wir leben im 15.Jhrdt, ein Osmanisches Großreich und Nachwehen von Kinderkreuzzügen.
Das Abendland wackelt...Die ganze Augenwischerei von wegen "Die Kurden haben mit dem Rueckzug begonnen", "Erdogan will Sicherheitszone einrichten" etc. ist doch nur Weichspülerei der Tatsachen, um den Türken nicht auf die Füsse zu treten.

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Re: Türkei

Beitragvon Uel » Sa 26. Okt 2019, 20:16

Wer ohne UNO-Mandat in ein fremdes Land einmarschiert und dort Krieg führt, muss sich gefallen lassen, dass das scharf kritisiert wird.

Hallo Maxi,
das ist m.A. n. nur die halbe Wahrheit: es kommt darauf an, wer es ist, der in ein anderes Land einmarschiert oder Bomben und Raketen niedergehen lässt. Gehört man zum Nato-Lager, so darf einmarschiert werden. Wenn man das derart inflationiert, muss man sich nicht wundern, wenn das Einmarschieren wieder zum Gewohnheitsrecht wird.

Hallo Staber,
wie wird man zum BW-Veteran? Wieviel Jahre muss man gedient haben? Mit den lächerlichen 24 Monaten, bin ich da etwa auch schon Veteran? ;)

Liebe Grüße
von Uel


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Re: Türkei

Beitragvon AlexRE » So 27. Okt 2019, 02:23

Uel hat geschrieben:
das ist m.A. n. nur die halbe Wahrheit: es kommt darauf an, wer es ist, der in ein anderes Land einmarschiert oder Bomben und Raketen niedergehen lässt. Gehört man zum Nato-Lager, so darf einmarschiert werden. Wenn man das derart inflationiert, muss man sich nicht wundern, wenn das Einmarschieren wieder zum Gewohnheitsrecht wird.



Wer ein Veto - Recht im UN - Sicherheitsrat hat oder von einer Veto - Macht politische Deckung erhält, braucht kein Gewohnheitsrecht. Der kann nie vor dem geltenden Völker"recht" als Aggressor dastehen

Im Falle des türkischen Einmarsches in Syrien haben sowohl die USA als auch Russland ihr Veto gegen die UNO - Resolution, mit der die Türkei verurteilt werden sollte, eingelegt.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Türkei

Beitragvon Staber » So 27. Okt 2019, 16:08

Uel hat geschrieben:
Wer ohne UNO-Mandat in ein fremdes Land einmarschiert und dort Krieg führt, muss sich gefallen lassen, dass das scharf kritisiert wird.

Hallo Maxi,
das ist m.A. n. nur die halbe Wahrheit: es kommt darauf an, wer es ist, der in ein anderes Land einmarschiert oder Bomben und Raketen niedergehen lässt. Gehört man zum Nato-Lager, so darf einmarschiert werden. Wenn man das derart inflationiert, muss man sich nicht wundern, wenn das Einmarschieren wieder zum Gewohnheitsrecht wird.

Hallo Staber,
wie wird man zum BW-Veteran? Wieviel Jahre muss man gedient haben? Mit den lächerlichen 24 Monaten, bin ich da etwa auch schon Veteran? ;)



Moin Uel!

wie wird man zum BW-Veteran?


Die Bezeichnung ist nicht an Dienstzeitlänge oder Funktion in der Bundeswehr gebunden lieber Uel.Bundesverteidigungsministerium, der Bundeswehrverband und der Reservistenverband haben sich auf eine gemeinsame Definition geeinigt.Veteran ist demnach, wer entweder aktiver Soldat ist oder bei der Bundeswehr gedient hat und nicht unehrenhaft entlassen wurde.
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Re: Türkei

Beitragvon maxikatze » Do 31. Okt 2019, 10:23

Im US-Repräsentantenhaus wurde von einer Mehrheit entschieden, dass es sich bei Mord und Vertreibung an den Armeniern vor hundert Jahren um Völkermord handelt. Prompt wurde der US-Botschafter David Satterfield herbei zitiert. Der zweite Grund der Einbestellung sind die angedrohten Sanktionen gegen die Türken.


https://web.de/magazine/politik/tuerkei ... t-34142102

Auch Frankreich, Russland, die Schweiz und die Niederlande und mehr als ein Dutzend weiterer Staaten werten das Blutbad an den Armeniern als Völkermord.



Aus wiki:
https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lk ... eutschland

„Die Bundesregierung begrüßt alle Initiativen, die der weiteren Aufarbeitung der geschichtlichen Ereignisse von 1915/16 dienen. Eine Bewertung der Ergebnisse dieser Forschungen sollte Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern vorbehalten bleiben. Dabei ist die Bundesregierung der Auffassung, dass die Aufarbeitung der tragischen Ereignisse von 1915/16 in erster Linie Sache der beiden betroffenen Länder Türkei und Armenien ist.

Zu feige, um eine klare und eindeutige Position zu beziehen. :x
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https://translate.google.com/translate? ... ch&pto=aue
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Re: Türkei

Beitragvon AlexRE » Do 31. Okt 2019, 12:09

Könnte es nicht eher eine Beleidigung für die Türken sein, ihnen die Fähigkeit zum Umgang mit der historischen Wahrheit abzusprechen?

Armenien-Resolution in USA

"Größte Beleidigung unseres Volkes"

(...)

Die Türkei versucht seit Jahren, die Einordnung der Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg als Völkermord zu verhindern. Auch mit Deutschland hatte es deswegen diplomatische Verwicklungen gegeben, als der Bundestag im Juli 2016 ebenfalls so entschied.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht zwar den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein, weist aber die Einstufung als Völkermord zurück.


https://www.tagesschau.de/ausland/usa-t ... d-103.html
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Re: Türkei

Beitragvon icke » Fr 1. Nov 2019, 11:49

Mustafa Yeneroglu war jahrelang in Deutschland Vorsitzender von Mili Görus, ging in die Türkei und saß im Vorstand der AKP. Aus dem trat er aus und wurde deshalb von Erdogan aufgefordert die AKP zu verlassen. Die Tagesschau macht aus ihm nun einen Erdogan-Kritiker, obwohl er in deutschen Talkshows immer die AKP und Erdogan verteidigte. Auf seienr Twitter-Seite lobt er noch Erbakan. Dann kann es ja nicht mehr lange dauern bis er von Erdogan ins Gefängnis gesteckt wird. Auf jeden Fall darf er nicht zurück nach Deutschland.

Erdogan-Kritiker verlässt die AKP
https://twitter.com/tagesschau/status/1 ... KIp1bUfzcM

Sineb El Masrar
@sineb_el_media
Falls noch Zweifel bestehen, wes Geistes Kind er ist. #Erdogan kommt natürlich nicht an seinen Wegbereiter Hoca #Erbakan heran. Betechtigt also, dass #Yeneroglu Kritik an dem großen Präsidenten übt. Einmal #IGMG #MiliGörüs....
https://twitter.com/sineb_el_media/stat ... 8173472774
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Re: Türkei

Beitragvon maxikatze » Di 12. Nov 2019, 17:28

Haben wir das nicht längst kommen sehen? An erster Stelle hat sich Deutschland erpressbar gemacht, als es den Flüchtlingsdeal unterzeichnet hat.
... Die Türkei habe bereits damit begonnen, sagte Erdogan am Dienstag vor seinem Abflug in die USA in Ankara.


https://web.de/magazine/politik/tuerkei ... n-34177164
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Re: Türkei

Beitragvon Uel » Do 14. Nov 2019, 02:24

Gerade im TV gesehen, wie Erd-o-wahn von Trump über den Klee gelobt wurde. Die Lüge oder das Gegenteil zu sagen, wovon alle Welt weiß, wie es wirklich ist, ist ein Grad der Verkommenheit, der bei Superreichen und in der Welt der großen Firmen wohl schon länger Einzug gehalten hatte, aber was man sich in der Politik bisher noch nicht offen getraute frei derartig zu sagen. Offenbar wird der Wähler für so bescheuert, korrupt oder unwichtig gehalten, dass man inzwischen alles machen kann.

Dann immer noch darauf zu bestehen, dass man zu den Guten gezählt werden möchte, ist ein lächerlicher Anachronismus. Es scheint nur noch der Wettbewerb zu zählen: wer ist der Skrupelloseste. Wahrheit und Korrektheit hat überhaupt keinerlei Relevanz mehr.
Liebe Grüße
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Re: Türkei

Beitragvon AlexRE » Do 14. Nov 2019, 07:46

Uel hat geschrieben:Gerade im TV gesehen, wie Erd-o-wahn von Trump über den Klee gelobt wurde. Die Lüge oder das Gegenteil zu sagen, wovon alle Welt weiß, wie es wirklich ist, ist ein Grad der Verkommenheit, der bei Superreichen und in der Welt der großen Firmen wohl schon länger Einzug gehalten hatte, aber was man sich in der Politik bisher noch nicht offen getraute frei derartig zu sagen. Offenbar wird der Wähler für so bescheuert, korrupt oder unwichtig gehalten, dass man inzwischen alles machen kann.

Dann immer noch darauf zu bestehen, dass man zu den Guten gezählt werden möchte, ist ein lächerlicher Anachronismus. Es scheint nur noch der Wettbewerb zu zählen: wer ist der Skrupelloseste. Wahrheit und Korrektheit hat überhaupt keinerlei Relevanz mehr.


Ich bin mir nicht so sicher, dass die absurden Trump - Sprüche als typische politische Lügen einzuordnen sind. Die ganze Welt weiß, dass die USA und die Türkei gravierende Differenzen haben (S 400 - Kauf und Rauswurf der Türkei aus dem F 35 - Programm, Anerkennung des Armenier - Genozids durch den US - Kongress, Einmarsch in Nordsyrien), die überschwänglichen Nettigkeiten gegenüber Erdogan erscheinen da etwas albern - unernst zu sein. Vielleicht muss man das als eine von viel Varianten sehen, in denen Trump regelmäßig dem politischen Journalismus den Stinkefinger zeigt.
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