Spanien

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Re: Spanien

Beitragvon Staber » Sa 19. Aug 2017, 11:25

icke hat geschrieben:In der katalanischen Hymne "Els segadors" heißt es "Que tremoli l'enemic en veient la nostra ensenya". Zittern soll der Feind, wenn er unsere Fahne sieht.

Das ist der junge Vater, der tot auf der Rambla im Dreck lag, während seine verzweifelte Frau hilflos an ihm rüttelte und ihrer beiden Kinder fassungslos weinend daneben standen: Er heißt Bruno G. und wurde 35 Jahre alt. Beim Versuch seine Kinder zu schützen wurde er überrollt. In Barcelona machte er mit seiner Familie Urlaub. Er hinterlässt seine Frau und seine beiden Kinder, 6 Jahre und 7 Monate. Frau und Kinder sind anscheinend unverletzt. Damit nicht immer nur die hässlichen Gesichter der Attentäter und die künstlichen Betroffenheitsminen der politischen Verantwortlichen in Erinnerung bleiben, die zudem nichts ändern wollen und somit auch in Zukunft ihre Betroffenheitsminen wieder aufsetzen werden.
http://www.abc.es/espana/catalunya/barcelona/abci-atropello-masivo-barcelona-tres-alemanes-y-belga-entre-fallecidos-atentado-barcelona-201708180015_noticia.html
https://www.facebook.com/Bruno-Gulotta-111650076169896/?pnref=story

Luca R.


https://www.facebook.com/luca.russo.52056?hc_location=ufi&__nodl
Elke V.
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Re: Spanien

Beitragvon maxikatze » So 1. Okt 2017, 18:58

Staatsgewalt gegen Urnengänger - Katalonien will heute über die Unabhängigkeit abstimmen.
Die Frage auf den Stimmzetteln lautete: "Wollen Sie, dass Katalonien zu einem unabhängigen Staat in Form einer Republik wird?"

https://web.de/magazine/politik/polizei ... e-32557758
Der Antrag des Vereins, das Spiel abzusagen, wurde spanischen Medienberichten zufolge vom Verband abgelehnt.
"Der FC Barcelona verurteilt die Ereignisse, die es heute in weiten Teilen von Katalonien gegeben hat, um die Bürger daran zu hindern, ihr demokratisches Recht der freien Meinungsäußerung auszuüben", hieß es in einer Erklärung des Clubs von Superstar Lionel Messi und dem deutschen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen.
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Re: Spanien

Beitragvon AlexRE » Mo 2. Okt 2017, 13:51

Auf Facebook gesehen und kommentiert:

Spanien ist tot

Katalonien ist nicht einfach eine spanische Region. Das war es nie. Auch deshalb müssen wir wählen dürfen.

(...)


http://www.sueddeutsche.de/kultur/refer ... -1.3687854

>> Zerfällt Spanien? Zerfällt der Euro? Zerfällt Europa? <<

Warum sollte der Euro wegen der Separation Kataloniens zerfallen? Die Katalanen haben sich doch auf die Lesart geeinigt, dass Deutschland mehr als bisher für Südeuropa zahlen soll und dass sie selbst keinen Cent mehr für die ärmeren Regionen Spaniens zahlen wollen.

Das ist total (direkt-) demokratisch und passt wunderbar in das aktuelle europäische System.
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Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Spanien

Beitragvon Staber » Mo 2. Okt 2017, 14:40

@ Alex
>> Zerfällt Spanien? Zerfällt der Euro? Zerfällt Europa? <<


Moin Alex!
Der damalige Bundespräsident Roman Herzog sagte in einem Interview um 98/99 herum,genau kann ich es nicht sagen, dass die EU in Hinblick auf die anstehende Einführung des Euro beweisen müsse, dass sie mehr sei als ein von ökonomischen Interessen geleiteter Quasi- Überstaatliches Wirtschaftsunternehmen in verkleideter Form. Das hat die EU bisher nicht geschafft und Schäuble ist einer der Protagonisten eines Europas, in dem viel von Globalisierung, aber wenig von Nationen und noch weniger von Regionen gesprochen wird. Diese autoritär verordneten Identifikationsverlust mögen viele Europäer nun nicht mittragen, denn er dient nicht ihren Interessen, sondern denen der Konzerne und der Finanzwirtschaft.Europa hat eine lange Geschichte hinter sich, in welcher seine Völker nicht miteinander unterwegs waren, sondern einzeln oder in Gruppen gegeneinander um die Vorherrschaft rangen.Dieser Prozess kulminierte aus dem 1. aber vor allem im zweiten Weltkrieg.Das Bemühen, Deutschland friedlich zu halten, waren der Anfang der Montan-Union und der EWG. Die sechs Gründungsstaaten hätten schon damals den Prozess der Annäherung mit langem Atem, mit Rücksicht auf nationalstaatliche Profile und dem Gespür für den richtigen Zeitpunkt von Erweiterungen beginnen sollen. Stattdessen begann man die Vereinheitlichung ausgerechnet in der Agrarwirtschaft, erste Konflikte waren vorprogrammiert. Die weitere Forcierung der Einheit und die teils überhastete Aufnahme weiterer Länder sowie die Einführung des Euro führten zum heutigen Bild der Uneinigkeit. Sollte der Brexit kommen,die Sache mit Espana, weiterhin das querschießen mit Ungarn, Tschechei ist die ohnehin geringe Chance, die Krise zu bewältigen, vorbei.
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Re: Spanien

Beitragvon Uel » Mo 2. Okt 2017, 16:43

Lieber Staber, Du hast Recht, die EU muss sich mal entscheiden, was sie sein will: eine lockere Zollunion, ein die Wirtschaft unterstützendes Subventionskartell, ein wertekonformer Staatenbund oder Bundesstaat. Wenn Europa ein Faktor in der Welt bleiben soll in der sich entwickelnde neue Großstaaten Bedeutung gewinnen, dann haben die europäischen Nationalstaaten Kompetenzen an Brüssel abzugeben. Im Extrem werden sie bedeutungslos und geben ihre Kompetenzen auch nach unten ab, an ein Europa mit möglichst gleichgroßen Regionen. In der Hinsicht wären Katalonien und Schottland (Bayern -?) nicht Außenseiter sondern Vorreiter.

Diese Grundsatzabstimmungen hätte man viel, viel früher treffen müssen und möglicher Weise aber ist die EU inzwischen so "overstretched" [überdehnt], dass bei der Vielzahl der Akteure keine grundsätzliche Übereinstimmung mehr erreicht werden kann. Da hat Marcon soetwas von Recht, wenn er das mit einem Europa der 2 Geschwindigkeiten angehen will. Da sich aber Deutschland vor Kraft und Einbildung kaum mehr bewegen will, kann Frankreich mit noch sovielen Abgaben von nationalen Kompetenzen an Brüssel locken. Auch Helmut Schmidt lag mal falsch: Es braucht halt doch ab und zu eine Politikerkonstellation mit Visionen.
Liebe Grüße
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Re: Spanien

Beitragvon AlexRE » Di 3. Okt 2017, 08:32

Uel hat geschrieben:ein die Wirtschaft unterstützendes Subventionskartell,


Das ist sie doch von Anfang an gewesen ...
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Re: Spanien

Beitragvon maxikatze » Do 12. Okt 2017, 10:39

Andere Autonomiebewegungen werden nacheifern. Denn Unabhängigkeitsbestrebungen gibt es auch andernorts. Ignorieren kann man die Bestrebungen jedenfalls nicht dauerhaft, wie das jetzt Madrid versucht. Mit Nicht-Gesprächsbereitschaft erreicht man nur die Konfrontation damit.
Das Baskenland hat ebenfalls immer wieder eine Abspaltung versucht. Früher sogar mit Gewalt durch die Eta. Das könnte für Spanien zum nächsten Problem werden.

Auch in anderen Ländern wird in Landesteilen für die Unabhängigkeit oder aber für weitreichende Zugeständnisse gekämpft:
- Schottland (wieder mal)
- Flandern
- Korsika
- Lombardei/Venetien (am 22.Oktober findet ein Referendum über mehr Eigenständigkeit statt)
- Sardinien
- Oberschlesien
- Siebenbürgen
- Nordzypern
- Grönland/Faröer-Inseln
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Re: Spanien

Beitragvon Sonnenschein+8+ » Do 12. Okt 2017, 11:58

Bayern hast du vergessen ;)
< »Wenn die Menschen euch hassen, dann vergesst nicht, dass man mich schon vor euch gehasst hat.< von Johannes 15,18
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Re: Spanien

Beitragvon maxikatze » Do 12. Okt 2017, 13:14

Sonnenschein+8+ hat geschrieben:Bayern hast du vergessen ;)


Meinst du, die wollen das wirklich? Dann könnte sich der Freistaat Sachsen auch noch anschließen. :o
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Re: Spanien

Beitragvon AlexRE » Do 12. Okt 2017, 14:20

maxikatze hat geschrieben:
Sonnenschein+8+ hat geschrieben:Bayern hast du vergessen ;)


Meinst du, die wollen das wirklich? Dann könnte sich der Freistaat Sachsen auch noch anschließen. :o


Wenn die das wirklich wollten, wäre die Bayernpartei keine kleine Splitterpartei. Die poltern nur gerne rum ...
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