Spanien

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Re: Spanien

Beitragvon Staber » Mo 2. Jun 2014, 15:15

maxikatze hat geschrieben:Der spanische König Juan Carlos dankt ab.

Mit seiner Abdankung macht der spanische Monarch nach 38 Jahren Regentschaft den Weg frei für seinen 46 Jahre alten Sohn Prinz Felipe, der künftig als König Felipe VI. über Spanien herrschen wird.

weiter lesen: http://web.de/magazine/unterhaltung/roy ... #.A1000145

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Moin Maxi!
Das ist mir persönlich sowas von egal.Ich frage mich , welches Land benötigt eigentlich noch Adelige. Sie kosten einen Haufen Geld und selbst wenn sie eine Aufgabe haben (z.B. England), dann könnte diese Aufgabe durch eine öffentlich gewählte Person wesentlich günstiger gemacht werden .
Dass es im 21. Jahrhundert noch Monarchien in der westlichen Hemisphäre gibt, zeigt doch, wie rückständig unsere Zivilisation nach wie vor ist.
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Re: Spanien

Beitragvon AlexRE » Mo 2. Jun 2014, 15:33

Staber hat geschrieben:Dass es im 21. Jahrhundert noch Monarchien in der westlichen Hemisphäre gibt, zeigt doch, wie rückständig unsere Zivilisation nach wie vor ist.


Speziell dieser König ist ein Beispiel dafür, dass Monarchen in gefährdeten Demokratien auch heute noch einen Restnutzen haben. Er hat seine spezifisch königliche Autorität ja benutzt, um einen faschistischen Putsch unblutig abzuwehren. Ob das mit einem Präsidenten ebenso glimpflich ausgegangen wäre, ist sehr fraglich.

Wenn so ein verdienter König dann allerdings seine Sympathiewerte mit einer Elefantenjagd in den Keller drücken kann, wird es vielleicht wirklich Zeit für die Abschaffung der Monarchie. ;)

Übrigens sind Präsidenten meistens, aber nicht zwingend immer billiger für den Steuerzahler als Monarchen. Wenn wir hier serienweise Präsidenten nach wenigen Monaten Amtszeit in einen üppig alimentierten Ruhestand schicken, kann das irgendwann so teuer werden wie anderswo der Unterhalt von königlichen Dynastien.
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Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Spanien

Beitragvon maxikatze » Mo 2. Jun 2014, 17:05

Übrigens sind Präsidenten meistens, aber nicht zwingend immer billiger



maxikatze am 12.Febr. 2012, 16.58 Uhr
viewtopic.php?f=66&t=737&hilit=Bundespr%C3%A4sident+wulff&start=120

Ich halte also nochmal fest:

Horst Köhler erhält seit seinem Rücktritt ******

Roman Herzog seit 1999 pro Jahr 290.000 Euro.

Walter Scheel seit 1979 pro Jahr 241.000 Euro.

Richard von Weizsäcker (91). Sein Ehrensold beträgt seit 1994 pro Jahr 348.000 Euro.


Anmerkung: Horst Köhler hat auf Ehrensold verzichtet.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 19150.html
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Re: Spanien

Beitragvon Staber » Mo 2. Jun 2014, 18:32

AlexRE hat geschrieben:
Staber hat geschrieben:Dass es im 21. Jahrhundert noch Monarchien in der westlichen Hemisphäre gibt, zeigt doch, wie rückständig unsere Zivilisation nach wie vor ist.


Speziell dieser König ist ein Beispiel dafür, dass Monarchen in gefährdeten Demokratien auch heute noch einen Restnutzen haben. Er hat seine spezifisch königliche Autorität ja benutzt, um einen faschistischen Putsch unblutig abzuwehren. Ob das mit einem Präsidenten ebenso glimpflich ausgegangen wäre, ist sehr fraglich.

Wenn so ein verdienter König dann allerdings seine Sympathiewerte mit einer Elefantenjagd in den Keller drücken kann, wird es vielleicht wirklich Zeit für die Abschaffung der Monarchie. ;)

Übrigens sind Präsidenten meistens, aber nicht zwingend immer billiger für den Steuerzahler als Monarchen. Wenn wir hier serienweise Präsidenten nach wenigen Monaten Amtszeit in einen üppig alimentierten Ruhestand schicken, kann das irgendwann so teuer werden wie anderswo der Unterhalt von königlichen Dynastien.


Hi Alex!
Ich habe ja nichts gegen die Person Juan Carlos , sondern im allgemeinen bin ich gegen Monarchien!
Da war das Lehnsystem hier in Epana im Mittelalter in der Theorie schon weiter. Auch war das ganze lang nicht so vorhersehbar wie heute. Der Thronaspirant musste .. 1.) überleben , 2.) die richtigen Alianzen schmieden.. 3.) Wozu auch gehört richtig zu heiraten etc.. Das heute ist kein Kasperletheater , sondern wenn man so will die Vollkasko / Operetten - Version ;))
Übrigens titelt der "Spiegel" ..Der König ist weg, die Monarchie lebt..
Das ist eine etwas optimistische Aussage. In Barcelona wird Prinz Felipe im Theater ausgepfiffen und Katalonien wird sich als Republik aus Spanien verabschieden, wenn es denn darf. Auch in Spanien sieht man im Zuge der Krise immer mehr Fahnen der spanischen Republik. Zwar ist eine Revolution nicht immanent, aber das Gefühl gegenüber der Monarchie ist distanziert und sie ist den meisten egal - um nicht zu sagen Sche*ßegal , außer vielleicht bei ein paar jungen PP-Politikerinnen, deren Augen sich beim "Su Majestat el Rey Don Juan Carlos"-Hauchen nahezu verdrehen, so dass man den Eindruck gewinnt, sie würden auch gerne mal nach Botswana reisen. ;)
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Re: Spanien

Beitragvon maxikatze » Di 3. Jun 2014, 14:08

Der König ist weg, die Monarchie lebt...


Das ist noch nicht ausgemacht. Viele Spanier wollen, dass die Monarchie abgeschafft wird und verlangen darüber ein Referendum.

Spaniens König Juan Carlos dankt vorzeitig ab und bestätigt: Die Monarchie liegt in Spanien genauso am Boden wie die Regierung, die Wirtschaft und der soziale Frieden. Am Abend demonstrierten Tausende für die vollständige Abschaffung der Monarchie. Die Polizei musste den königlichen Palast abriegeln.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... monarchie/

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Re: Spanien

Beitragvon Staber » Di 3. Jun 2014, 14:14

Kopiert aus " Gabrieles Politik-Forum "

Re: Spanien

Beitragvon Staber » Dienstag 3. Juni 2014, 09:54

Braucht Europa im 21.Jahrhundert überhaupt noch Königshäuser? Jenseits von Nostalgie , Tourismus u. Wirtschaftsförderung sowie der Befriedigung von einschlägigen Klatschbedürfnissen ?
Spanien könnte inzwischen ganz gut auch ohne Monarchie leben - und natürlich auch die anderen europäischen " Königs" sind für ihre Nationen und Gesellschaften sicher nicht mehr Überlebensnotwendig. Eigentlich sind sie längst unzeitgemäß . Das dennoch nirgendwo ernsthaft über die Abschaffung der Monarchie diskutiert wird , weist auf ein tiefgreifendes Bedürfnis hin .
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Re: Spanien

Beitragvon AlexRE » Di 3. Jun 2014, 14:57

" Königs" sind für ihre Nationen und Gesellschaften sicher nicht mehr Überlebensnotwendig.


Sicher nicht, Deutschland kommt ja auch mit einem Fußballspieler als Ersatzkaiser klar. ;)
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Re: Spanien

Beitragvon maxikatze » Di 3. Jun 2014, 15:22

AlexRE hat geschrieben:
" Königs" sind für ihre Nationen und Gesellschaften sicher nicht mehr Überlebensnotwendig.


Sicher nicht, Deutschland kommt ja auch mit einem Fußballspieler als Ersatzkaiser klar. ;)



Nö, der Ersatzkaiser ist immer der Bundespräsident.

:evil:
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Re: Spanien

Beitragvon Staber » Di 3. Jun 2014, 18:25

AlexRE hat geschrieben:
" Königs" sind für ihre Nationen und Gesellschaften sicher nicht mehr Überlebensnotwendig.


Sicher nicht, Deutschland kommt ja auch mit einem Fußballspieler als Ersatzkaiser klar. ;)



....au...au , jetzt wieder von der Seite! :lol:
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Re: Spanien

Beitragvon maxikatze » Mi 17. Sep 2014, 12:17

Und nur weil westliche Mächte kein geteiltes Ukraine zulassen wollen, kann nicht einfach das Recht der Ostukrainer beiseite geschoben werden.
Und ist es nicht kühn zu behaupten, dass heutige Grenzziehungen für alle Zeiten in Stein gemeißelt sein müssen? Im 20. Jhdt sind Grenzen in Europa durch Kriege oder auch auf friedlichem Weg verschoben worden. Warum sollte das im 21 Jhdt anders sein?
Wenn sich keine fremden Mächte einmischen, besteht immer die Chance, Konflikte friedlich zu lösen. Kein Mensch käme auf die Idee, Schottland in Schutt und Asche zu legen, nur weil bald ein Referendum ansteht. Vermutlich werden die Schotten nach meiner Einschätzung mehrheitlich sich aber gegen eine Abtrennung entscheiden - aus finanziellen Gründen. Aber das muss man abwarten. Die Schotten haben das letzte Wort und kein anderer.


viewtopic.php?f=68&t=1863&p=63019#p63019


In Katalonien haben Umfragen ergeben, dass eine Unabhängigkeit von Spanien bevorzugt wird. Der Trend hat sich in den letzten Jahren sogar verstärkt. Den 7,5 Millionen Einwohnern reichen die Zugeständnisse nicht mehr, die ihnen Spanien gewährt. Die Katalanen wollen am 9. November abstimmen. Madrid will das unter allen Umständen verhindern. Und dieses starre Festhalten hat dazu geführt, dass noch mehr Katalanen sich für Unabhängigkeit entschliessen.

Ähnlich sieht es in unserm Nachbarland Belgien aus. In der Partei N-VA ( :lol: ) steht es längst im Parteiprogramm, dass Flandern selbstständig werden soll. Und diese Partei war bei den Wahlen die stärkste Kraft.
In anderen Regionen der EU werden Unabhängigkeitsbestrebungen ebenfalls langsam sichtbar: Zum Beispiel In Korsika, in der Bretagne, in Südtirol, in Sardinien ...
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