Asozial-Staat Deutschland: Längst zunehmend Lebensrealität

Hier können aktuelle Themen getrennt voneinander auf gesonderten threads erörtert werden.

Re: Asozial-Staat Deutschland: Längst zunehmend Lebensrealität

Beitragvon AlexRE » Mi 1. Jan 2020, 20:48

Nun ja, Zeit gibt es in irgendeinem physikalisch - naturwissenschaftlichen Sinne sowieso nicht. Das ist ein rein psychologisches Phänomen. Wenn sich also bereits die Physik aus dem Thema heraushält, kann sich die Mathematik auch gleich verwieseln und den Menschen ihr Zeitempfinden lassen. Danach beginnen die 20er Jahre eben 2020, so wie das 21. Jahrhundert im Jahr 2000 begonnen hat. ;)
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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5-Jährige extrem verwahrlost in Krankenhaus gebracht

Beitragvon Excubitor » Mo 13. Jan 2020, 21:10

SZ.de - "Brandenburg: Behörden ermitteln wegen verwahrlosten Kindes"
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/p ... li=BBqg6Q9

Kommentar
Der Fall ist extrem, aber sicher kein Einzelfall.
Es wäre (zu) leicht hier einseitig Verantwortlichkeit bei den Eltern auszumachen. Doch wie meist in solchen Fällen, dürfte auch hier in der Sache ein Konglomerat an Verantwortlichkeiten und Versagen für die Entwicklung bis zu einem derartig extremen Punkt vorliegen, sei es gesellschaftlich, behördlich, elterlich, familiär, nachbarschaftlich ...
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Mittelschicht gleich doppelt abgestraft

Beitragvon Excubitor » Di 21. Jan 2020, 18:40

FOCUS MONEY ONLINE Finanzen - "Gesetzgeber misst mit zweierlei Maß - Spitzensteuersatz und Sozialabgaben: Die Mittelschicht wird doppelt abgestraft"
https://www.focus.de/finanzen/steuern/r ... r_FINANZEN

Kommentar
Ausgerechnet die den Staat faktisch tragende Mittelschicht wird am höchsten belastet. Da kann man mal wieder sehen wie unfähig Politiker wirklich sind. Der Ausbeutungssektor (Niedriglohn-Bereich und Leiharbeit) wird immer weiter ausgebaut und die Mittelschicht bis zum Erbrechen belastet, so dass immer mehr verständliche gesellschaftliche Unzufriedenheit geschürt wird.
Und man kann noch eins drauf setzen: Während man sich auf seiten der inkompetenten Verantwortlichen sehr darum bemüht zeigt Kriminellen nach Verbüßung derer Strafe vernünftige Jobs zu verschaffen bleiben viele derer, die sich anstrengen und sich niemals etwas haben zuschulden kommen lassen trotz guter (Aus-)Bildung auf der Strecke. Wenn das kein Asozial-Staat ist was dann?
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Nicht mal in existenziellen Bereichen Verlässlichkeit

Beitragvon Excubitor » Mi 22. Jan 2020, 21:12

ZDF - "Ungenießbar - Lücken in der Lebensmittelkontrolle"
Film von Norman Laryea und Verena Rendel
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoo ... e-100.html


Kommentar
Deutsche Politiker reißen bei jeder Gelegenheit die Klappe auf, selbst zu Angelegenheiten, die sie nichts angehen. Doch in existenziell bedeutsamen Lebensbereichen sind sie nicht in der Lage für die eigene Bevölkerung ein Mindestmaß an Ordnung und Verlässlichkeit herzustellen. Das ist politisches Versagen erster Güteklasse, absolut armselig.
Doch mindestens genau so erbärmlich ist die Einstellung einer Bevölkerung, die sich alles bieten lässt. Man vergiftet unsere Böden, unsere Gewässer, sodass schon aus dem Grund keine vollwertigen Nahrungsmittel mehr zustande gebracht werden können. In dem Zusammenhang sei an die "Grenzwert-Lüge" erinnert. Aber wer gedacht hat, damit wäre es schon getan, hat sich geirrt: Es geht immer schlimmer; siehe oben verlinkten Film.
Der Abwärtstrend Deutschlands in allen Lebensbereichen beschleunigt sich zusehends und niemand will es wahrhaben. Das ist etwa so als wenn morgen ein Krieg ausbrechen würde und alle sagen sich, ach, da gehen wir nicht hin ...
An was erinnert mich das noch gleich? Ah ja, Lemminge ...
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Banken-Abzocke sogar bei den Ärmsten

Beitragvon Excubitor » Di 28. Jan 2020, 18:28

news.de - "Basiskonto für Geringverdiener: Banken-Abzocke! HIER werden Arme abgezogen"
"In Deutschland hat jeder das Recht auf ein Bankkonto. Doch Kunde ist nicht gleich Kunde. Vor allem sozial Schwache müssen unter horrenden Gebühren leiden. Für ein Basiskonto werden bis zu 200 Euro fällig."
Quelle:
https://www.news.de/wirtschaft/85582276 ... o-drauf/1/

Kommentar
Als wenn wir es nicht schon immer gewusst hätten. Der mutmaßlich asozialste Wirtschaftszweig Deutschlands scheint der Bankensektor zu sein. Wer bislang geglaubt hat, es ginge nicht mehr tiefer in Deutschland, sollte nun wohl eines Besseren belehrt sein.
Und wie wurde diese Abzocke möglich? Auch das konnte man unschwer vermuten: durch politische Schlamperei im Gesetzestext, nachzulesen im verlinkten Beitrag. Meines Erachtens sollten Politiker nach der Qualität ihrer Arbeit bezahlt werden. Dann bekämen viele davon nicht mehr als Hartz IV und endlich mal ein realistisches Gefühl von dem Leben, das sie anderen zumuten.

Selbstverständlich darf man auch nicht vergessen, dass es vorrangig Politiker und Banker sind, die das Bargeld abschaffen wollen, um uns alle endgültig vollständig kontrollieren zu können. Dabei wird die Bequemlichkeit, Faulheit und Dummheit weiter Teile der Bevölkerung schamlos ausgenutzt, um ihnen dies per Banking-Apps schmackhaft zu machen. Letztere sind nichts weiter als ein perfides Manipulationsinstrument um das Ziel totaler Kontrolle möglichst schnell und ohne Widerstand zu erreichen.
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Und wieder auf die Ärmsten

Beitragvon Excubitor » Di 4. Feb 2020, 18:25

Die aktuelle Debatte um die Erhöhung der Nahrungsmittelpreise führt zu unvollständigen Ergebnissen. Richtig ist, dass Landwirte von den Vertretern der Supermarkt-Ketten nicht selten übervorteilt werden, beispielsweise durch überhöhte Bestellungen und dann folgende kurzfristige Stornos zu Lasten der Anbieter der Waren. Ebenso ist völlig korrekt, dass viele kleine Landwirte einfach zu wenig bekommen, um davon leben zu können.
(Vorschlag: Erhöhte Einkommen der Landwirte sollten fest an geringere Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und Insektiziden gebunden werden, damit auch die allgemeine Gesundheit etwas davon hat, und unsere Nahrungsmittel nicht weiter auf jede nur erdenkliche Art vergiftet werden. Eines der Hauptprobleme dabei ist, dass nur Landwirte auf hohem industriellen Niveau die Dosen solcher Mittel mit modernsten Maschinen präzise berechnen und anwenden können. Für mittlere und kleinere Landwirte ist das kaum möglich, weshalb die Gesundheitsgefahr für den Endverbraucher bei dortiger Produktion deutlich höher ist.)
Zur Verwendung von Pestiziden siehe unbedingt auch: viewtopic.php?f=66&t=2660&start=110#p110169 .

Wenn die Nahrungsmittelpreise, die in den letzten zwölf Monaten schon spürbar stark gestiegen sind, beispielsweise bei Obst und Gemüse gut feststellbar, generell steigen sollen, wird bei der ganzen Debatte bislang ein wichtiger Punkt völlig außer Acht gelassen, bzw. sogar mutmaßlich geflissentlich unterschlagen: Steigen die Preise der Nahrungsmittel generell, so müssen im gleichen Augenblick die Hartz IV- Sätze deutlich im gleichen Maß steigen, da man sich davon schon jetzt nicht angemessen, und schon gar nicht die Gesundheit schonend ernähren kann. Das bedeutet bei derzeit rund 4 Millionen Hartz IV-Empfängern und einer mindestens notwendigen Erhöhung von schätzungsweise 20 Euro im Monat (pro Person) ein zusätzlicher Kostenaufwand von wenigstens 960 Millionen Euro pro Jahr für den Steuerzahler, wenn es nicht wieder in Asozialem enden soll.
Es ist bezeichnend für die deutsche Polit-Kultur des Versagens, dass das in der öffentlichen Debatte mit keiner Silbe erwähnt wird.
Zuletzt geändert von Excubitor am Do 6. Feb 2020, 21:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Pflegenotstand auf Kinderstationen

Beitragvon Excubitor » Do 6. Feb 2020, 21:14

MSN News - "„Das Gesundheitssystem hat ein ernstes Problem“: Eklatante Pflegenot auf Kinderstationen"
"[...]

Nach Recherchen des ARD-Magazins „Kontraste“ hatte die Unterbesetzung konkrete Folgen. Demnach ist ein an Leukämie erkranktes Kleinkind vergangenes Jahr nicht auf der Kinderonkologie-Station aufgenommen wurden; es fehlte dafür Personal. Das Kind wurde, wie in solchen Fällen üblich, in einer anderen Klinik untergebracht. Dieses Haus verfügte jedoch nicht über eine eigene Kinder-Krebsstation. In dieser Klinik habe sich "Kontraste" zufolge der kritische Zustand des Kindes verschlechtert.

„Am nächsten Tag konnte das Kind dann zu uns verlegt werden, aber es verstarb leider rasch. Das hat uns alle sehr mitgenommen“, zitiert die ARD einen Charité-Arzt anonym.

[...]

Charité: Fast 800 Kinder konnten 2019 nicht stationär aufgenommen werden
Insbesondere Fachkräfte für Kinderstationen sind noch seltener als Pflegepersonal generell. Die Mängel in der Kindernotfallversorgung am Virchow-Campus in Wedding wurden 2019 deutlich: Fast 800 Kinder konnten im Jahresverlauf nicht stationär aufgenommen werden, sondern mussten in andere Kliniken verlegt werden, obwohl – so die Einschätzung unter Landespolitikern und Ärzten – die dortige Ausstattung nicht dem Charité-Standard entsprochen haben soll.

[...]"

Quelle:
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/w ... li=BBqg6Q9

Kommentar
"Ein Problem" dürfte wohl arg untertrieben sein, was das deutsche Gesundheitssystem angeht. Unfassbare Zustände, und das nur in Berlin. Da fragt man sich, wie das wohl für Gesamtdeutschland aussehen muss ...
Für jeden Mist hat man in der Politik Geld, nur für sinnvolle Anwendungen anscheinend nicht. Ich erinnere hiermit die Verantwortlichen an den satten Steuer-Überschuss. Macht was draus ...
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Unfassbar: So wird Raffgier generiert

Beitragvon Excubitor » Fr 7. Feb 2020, 20:20

FOCUS MONEY ONLINE Finanzen - "Lukrativer Tagesjob - "Nach Aufregung um üppiges Gehalt: Kemmerich verzichtet auf Geld"
https://www.focus.de/finanzen/thueringe ... r_FINANZEN

Kommentar
Bei solchen Einkommensmargen darf man sich nicht wundern wenn in der Politik die asoziale Raffgier weit verbreitet ist. Mindestens 93000 Euro für einen einzigen Tag völlig ohne irgendeine anerkennenswerte Leistung. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen, um die Tragweite zu ermessen. Kemmerich hat gut daran getan auf das Geld zu verzichten. Doch allein schon die Tatsache, dass er einen Anspruch darauf hätte, zeigt die asoziale, totale Schieflage unseres politischen Systems. Während sich Politiker, sogar ohne etwas zu leisten, eine schöne Zeit machen können, müssen Alleinverdiener mt Familie, Alleinerziehende und Hartz IV-Empfänger sehen wo sie bleiben. Von einem Sozialstaat sind wir mindestens ebenso weit entfernt wie von einem Rechtsstaat.
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Re: Asozial-Staat Deutschland: Längst zunehmend Lebensrealität

Beitragvon maxikatze » Fr 7. Feb 2020, 21:00

Von einem Sozialstaat sind wir mindestens ebenso weit entfernt wie von einem Rechtsstaat.


Nein.
Die Sozialausgaben kratzen fast schon an der Billion-Grenze.

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... jQHWBN-ap2
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"Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit."
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amerik. Frauenrechtlerin 1820-1906
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Re: Asozial-Staat Deutschland: Längst zunehmend Lebensrealität

Beitragvon AlexRE » Fr 7. Feb 2020, 21:14

maxikatze hat geschrieben:
Von einem Sozialstaat sind wir mindestens ebenso weit entfernt wie von einem Rechtsstaat.


Nein.
Die Sozialausgaben kratzen fast schon an der Billion-Grenze.

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... jQHWBN-ap2


Nur, wenn man die Rentenzahlungen als Sozialabgaben definiert. Das sind aber Schuldentilgungen einer Generation gegenüber der anderen. Mit milden Gaben für Bedürftige hat das überhaupt nichts zu tun. Da könnte man ebenso Miet- und Zinszahlungen an nicht arbeitende Kapitalbesitzer als Sozialabgaben bezeichnen, dann kämen wir auf weit über 1 Billion.
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