wir können auch anders

Hier werden die Thesen von Dr. Harald Wozniewski erörtert.

Moderator: Dr Wo

Re: wir können auch anders

Beitragvon AlexRE » Do 19. Sep 2013, 20:36

Ein aktueller Artikel zu unserem Thema:

Arbeitslose Akademiker

Topfschlagen im Niemandsland

Leiharbeiter mit Staatsexamen, Ingenieure in der Spülküche: Selbst Akademiker können arbeitslos werden - und zwar schneller, als sie ahnen. Wer einmal gezwungen ist, sich unter seiner Qualifikation zu verkaufen, sitzt in der Falle.

(...)


http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/aushilfsjobs-falle-fuer-akademiker-a-916284.html

Das habe ich auf dem Spiegel - Forum zu dem Artikel geschrieben:

"Ich frage mich, warum sich nicht eine Gruppe hochqualifizierter und nur an der Dünkelhaftigkeit der glückhaft Etablierten scheiternden Menschen zusammentut und etwas in dieser Art tatsächlich aufzieht:

>> Wir bieten unsere Arbeitskraft für einen Euro am Markt an. Unser Ziel ist es ein wenig zum H4 satz hinzu zu Verdienen so etwa 160€ im Monat, wie es Herr Westerwelle verlangt. Unsere Konkurrenten auf dem Markt sind vorzugsweise Unternehmen deren Eigentümer FDP Mitglieder sind.

(...)

Ein kleiner Auszug unserer Qualifikationen:
5 Personen Ingenieure, Techniker und Meister der Elektrotechnik im alter von 45 bis 63
2 Personen Ingenieure und Techniker Maschinenbau Alter 52 und 59
1 Rechtsanwalt Alter 64
1 Dr. Physik Alter 55
2 Dipl. Immobilienfachwirte Alter 42 und 49
3 Dipl. Betriebswirte Alter 45 bis 64
2 Dr. Dipl. Chemiker Alter 42 und 55
4 Dipl. Informatiker im Alter von 42 bis 52

(...) <<

http://wir-koennen-auch-anders.npage.de/ "
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: wir können auch anders

Beitragvon GasGerd » Di 22. Okt 2013, 10:21

Auf gmx / web.de läuft ein neuer thread zum Thema "Fachkräftemangel":

(...) ist ein neuer thread zu demselben Thema wie hier in den top ten:

http://meinungen.web.de/forum-webde/post/19862898?sp=826#jump

Dort geschrieben:
----


"Bin ich der Einzige, der hier "kleinere" Widersprüche in den Aussagen entdeckt?"

Nein, die Widersprüche sind auch fast allen Teilnehmern auf diesem alten Dauerthread aufgefallen. ;-)

http://meinungen.web.de/forum-webde/post/10578641?sp=476#jump

-----

Gerade auf dem neuen thread geschrieben:

http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post ... p=840#jump

-----

"Wenn ein Unternehmen wirkliche Fachkräfte benötigt, dann müssen diese auch die Sprache verstehen um in den Produktionsprozess sinnvoll eingegliedert zu werden. Wie gesagt, ich spreche von Fachkräften. Das Unternehmen wird diese auch an sich binden wollen und damit werden diese Fachkräfte hier leben. Damit brauchen Sie auch die gleichen Löhne um hier vernünftig mit der Familie zu leben."

Das ist aber sehr konstruiert. Wenn ein Angebot bei gleichbleibender Nachfrage deutlich erhöht wird, sinkt der Preis. Das ist nicht konstruiert, sondern eine ökonomische Naturgesetzmäßigkeit.

Die deutsche Politik hat im Zuge der Agenda 2010 auf eine Arbeitsproduktivität, die zu den höchsten der Welt gehört, einen sehr großen Billiglohnsektor draufgesattelt. Das ist wohl ein in der Weltwirtschaftgeschichte einmaliger Vorgang, bisher sind mit wachsender Arbeitsproduktivität immer die Realeinkommen gestiegen und nicht gesunken wie jetzt bei fast 1/3 der deutschen Arbeitnehmer.

Dadurch hat die Bundesrepublik Arbeitslosigkeit in die Länder des europäischen Wirtschafts- und Währungsraum exportiert (anstatt die strukturelle Arbeitslosigkeit hier zu bekämpfen) und die wirtschaftlichen Probleme insbesondere der südeuropäischen Staaten noch verschlimmert. Dort sind jetzt auch viele Hochqualifizierte arbeitslos, die deshalb in Deutschland Arbeit suchen.

Und das soll jetzt ohne Auswirkungen auf die Einkommen der Hochqualifizierten in Deutschland bleiben? Die Spirale nach unten wird nicht weiter angekurbelt und der Geldstrom nach oben zu den großen Kapitalertragsbeziehern nicht verstärkt?

Wer`s glaubt, wird selig.


http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/10578641?sp=476#jump
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Re: wir können auch anders

Beitragvon GasGerd » Sa 26. Okt 2013, 22:21

Das Thema "Mindestlohn" hält sich seit Tagen als Nr. 1 in den gmx - top ten:

"Jedoch den Mindestlohn fordern jene, die eben keine adäquate Leistung bieten."

Solange Löhne rechtlich zulässig sind, die sogar alleinstehende Arbeitnehmer zu AlG II - Aufstockern machen, kann man überhaupt nicht wissen, welches Preis / Leistungs - Verhältnis auf den betroffenen Teilen des Arbeitsmarktes "adäquat" ist. Die Staatsknete wird nämlich eingepreist und bestimmt so das Spottbilliglohn - Niveau. Dass sich ausgerechnet Wirtschaftsliberale so eine flächendeckende Lohnsubvention auf die Fahnen geschrieben haben, grenzt schon an Realsatire.

Übrigens ist ein Arbeitsvertrag, dessen Lohnvereinbarung automatisch Ansprüche auf AlG II - Aufstockung auslöst, ein grundsätzlich unzulässiger Vertrag zu Lasten Dritter, nämlich der Steuerzahler. Dieser Gesichtspunkt ist leider bei der Riesendiskussion um das Thema Mindestlohn weitestgehend untergegangen und auch die Arbeitsgerichte würdigen ihn nicht angemessen.


http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/19887475?sp=5334#jump


P. S.

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Re: wir können auch anders

Beitragvon AlexRE » So 3. Nov 2013, 02:47

So`n Mist, das Navi braucht ein update ... ;)

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gehts noch?

Beitragvon Sonnenschein+8+ » Do 14. Nov 2013, 12:42

ÜBERWACHUNG IM NETZ

Arbeitsamt will Hartz-Empfänger bespitzeln

Das Jobcenter will Hartz-IV-Empfänger noch stärker ins Visier nehmen: Berichten zufolge schlägt die Bundesagentur für Arbeit vor, deren Internetaktivitäten zu überwachen. Das ist aber nicht alles.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will nach einem Zeitungsbericht Aktivitäten von Hartz-IV-Empfängern im Internet überwachen, um Nebeneinkünfte etwa als Ebay-Händler aufdecken zu können. Die BA habe die "Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für die Erhebung von Daten im Internet" vorgeschlagen, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Bericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Rechtsvereinfachung beim Arbeitslosengeld II. Ziel sei die "Aufdeckung von Einkünften aus E-Commerce".


Dem Bericht zufolge strebt die BA auch eine Ausweitung des Datenabgleichs mit anderen Behörden an: So sollten künftig auch die Daten von Hartz-IV-Beziehern über deren Vermögensanlagen bei Versicherungen sowie Informationen der Grundbuchämter an Jobcenter übermittelt werden. Auch sollten nicht mehr nur die Daten des Hartz-IV-Empfängers selbst, sondern auch die "sämtlicher Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft" bei anderen Sozialbehörden und Einrichtungen abgerufen werden dürfen, berichtete "Bild"


http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Polit ... tzeln.html

gehts noch? ihr könnt es ja auch einfacher haben, ruft die Amis an die wissen genau wer was macht ;)
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Re: wir können auch anders

Beitragvon Livia » Do 14. Nov 2013, 16:19

Sonnenschein hat geschrieben
gehts noch? ihr könnt es ja auch einfacher haben, ruft die Amis an die wissen genau wer was macht ;) :)


Bei uns macht man das schon seit zirka zwei Jahren, Invalidenempfänger, Sozialempfänger und Arbeitslose wo vermutet wird dass sie falsche Angaben machen, werden von Detektiven überwacht und rigoros bestraft. Auch diese von der Allgemeinheit getragenen Empfänger, lügen, mogeln und machen falsche Angaben. Auch das sind Abzocker. Ich habe dazu einen Betrag im Bereich Schweiz geschrieben. ;)
Viele Leute würden bereitwillig zugeben, dass sie sich langweilen; aber kaum einer würde zugeben, dass er langweilig ist.

Erich Fromm
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Re: wir können auch anders

Beitragvon maxikatze » Do 14. Nov 2013, 16:58

Livia hat geschrieben:
Sonnenschein hat geschrieben
gehts noch? ihr könnt es ja auch einfacher haben, ruft die Amis an die wissen genau wer was macht ;) :)


Bei uns macht man das schon seit zirka zwei Jahren, Invalidenempfänger, Sozialempfänger und Arbeitslose wo vermutet wird dass sie falsche Angaben machen, werden von Detektiven überwacht und rigoros bestraft. Auch diese von der Allgemeinheit getragenen Empfänger, lügen, mogeln und machen falsche Angaben. Auch das sind Abzocker. Ich habe dazu einen Betrag im Bereich Schweiz geschrieben. ;)



Ja Livia, stimmt. Wir sind immer schnell dabei, reiche Leute bei Steuervergehen am liebsten die Höchststrafe zu verhängen. Aber warum soll man bei weniger Betuchten beide Augen zudrücken, wenn der Verdacht des Betruges vorhanden ist?
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit.
Susan Brownell Anthony,
amerikanische Frauenrechtlerin 1820-1906


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Re: wir können auch anders

Beitragvon Sonnenschein+8+ » Do 14. Nov 2013, 17:55

ihr habt ja recht sollte man machen aber NUR bei denen wo man es vermutet und nicht gleich alle H4 ler. und das nennt man dann überwachung. und wer gibt mir die garantie dass sie NUR die sie vermuten kontrollieren? ich mein mir gehts irgendwo vorbei ich mache sowas nicht Äh.. ich überlege was ich verkaufen könnte Hm... achja. meine Rechnungen :mrgreen: :mrgreen:
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Re: wir können auch anders

Beitragvon AlexRE » Fr 15. Nov 2013, 01:16

So neu ist das wirklich nicht. Ich habe lange vor dem Internetzeitalter - Mitte der 80er Jahre - eine Ausbildungsstation bei einem Finanzamt gemacht. Da war in einem Dienstzimmer ein Team nur damit beschäftigt, alle Kleinanzeigen sämtlicher Presseerzeugnisse der Region durchzuforsten, um nach in den Steuererklärungen nicht angegebenen Nebengeschäfte der dortigen Steuerpflichtigen aufzustöbern.

Dass ausgerechnet die Jobcenter erst jetzt damit anfangen, glaube ich wirklich nicht. Aus irgendwelchen Gründen soll das eben gerade jetzt ein Medienthema sein.
Der Stuttgarter OB Rommel:

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Re: wir können auch anders

Beitragvon GasGerd » Fr 10. Jan 2014, 20:28

Die Lachnummer mit der Forderung an deutsche Patienten, wegen der Sprachprobleme ausländischer Billigärzte englisch zu lernen, bestätigt so ziemlich alles, was wir hier zum Thema "Fachkräftemangel" geschrieben haben.

Das ist an Publikumsveralberung wirklich kaum noch zu toppen ...

"Der Migrationsforscher Klaus F. Zimmermann sieht in der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren eine "gute Chance" für den deutschen Arbeitsmarkt. Die große Mehrheit der Zuwanderer aus beiden Staaten seien gut qualifizierte Fachkräfte wie Ärzte oder Ingenieure, die in Deutschland dringend gebraucht würden, heißt es in einer Analyse des Direktors des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA/Bonn).

...."

http://www.t-online.de/nachrichten/deut ... hland.html


1. Bulgarische und rumänische Ärzte, die hierzulande wirklich dringend gebraucht würden, haben überhaupt kein Interesse daran, an dem Projekt "Billiglohnstandort Deutschland" mitzuwirken. Die finden überall in Europa und darüber hinaus bessere Jobs.

2. Die ganze Grundhaltung, am eigenen Bildungswesen eines so reichen Staats wie Deutschland sparen zu wollen und dann als "Lösung" das Abwerben teuer ausgebildeter Fachkräfte aus viel ärmeren Staaten anzupreisen, ist einfach nur ekelhaft.

_______

Die o. g. Ekelhaftigkeit kann auch schon mal ins Lächerliche umkippen:

"Deutsche Patienten sollen Englisch lernen

Ausländische Ärzte hierzulande müssen Deutsch sprechen, um arbeiten zu dürfen. Der NRW-Arbeitsminister findet aber, dass die Patienten besser Englisch lernen sollen. Dafür erntet er scharfe Kritik.

...."

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... ernen.html

Diese unfreiwillige Realsatire ist auch entlarvend. In Deutschland aufgewachsene Abiturienten dürfen nicht Medizin studieren (wodurch ihnen hinterum die "allgemeine Hochschulreife" teilweise direkt nach dem Bestehen des Abiturs wieder aberkannt wird), wenn sie in Deutsch nur eine 3 - oder 4 schaffen, weil sie dann den notwendigen Numerus Clausus nicht erreichen, im Ausland angeworbene Sparärzte brauchen aber nur einen winzigen Bruchteil der Deutschkenntnisse nachzuweisen, die für eine 4 im Deutsch - Abitur notwendig sind.

Deutlicher kann sich die Zinkermentalität unserer Berufspolitiker nicht mehr selbst vorführen.


http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post ... p=483#jump
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