Moderner Feudalismus

Hier werden die Thesen von Dr. Harald Wozniewski erörtert.

Moderator: Dr Wo

Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon AlexRE » Fr 15. Jul 2016, 19:17

Livia hat geschrieben:Was würde man denn in Deutschland machen, wenn ein Schweizer Banker genau das Gleiche auch in einer Deutschen Bank machen würde ? :( Oder haben die Banken in Deutschland alle eine weisse Weste ?


Ein Insider bzw. "Whistleblower" einer deutschen Bank müsste nicht einmal geklaute Daten liefern, sondern sich nur als Zeuge zur Verfügung stellen. Dann würde die Bank von Polizei und Steuerfahndung durchsucht. Das ist schon öfters vorgekommen, weil Steuerhinterziehung in Deutschland eine Straftat ist und rigoros verfolgt wird. Das ist in der Schweiz eben nicht so.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon Uel » Mo 18. Jul 2016, 13:16

:( Oder haben die Banken in Deutschland alle eine weisse Weste ?


Livia, auf welchem glückseeligen Berggipfel lebst Du? Würdest Du in die deutschen Niederungen herabsteigen, würdest Du auf meine Lieblings-Bank stoßen, die Deutsche Bank, die trotz Polit-Protektion immer wieder für Skandale gut war. Ist der Ruf erst ruiniert, ist manche Weste gut beschmiert! Von weissen Westen möchte ich von heutigen Banken nicht mehr reden.

Natürlich hat der Wistleblower es immer schwer. Aber in manchen Bereichen hat er es eben wegen des rigorosen Corps-Geist und der Uneinsichtigkeit Kriminelles zu bekämpfen besonders schwer. Das Immer-Weiter-So ist unendlich leichter als das Aussteigen-Wollen mit all seinen Konsequenzen.
Liebe Grüße
von Uel


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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon Livia » Mo 18. Jul 2016, 16:30

Uel hat geschrieben:
:( Oder haben die Banken in Deutschland alle eine weisse Weste ?


Livia, auf welchem glückseeligen Berggipfel lebst Du? Würdest Du in die deutschen Niederungen herabsteigen, würdest Du auf meine Lieblings-Bank stoßen, die Deutsche Bank, die trotz Polit-Protektion immer wieder für Skandale gut war. Ist der Ruf erst ruiniert, ist manche Weste gut beschmiert! Von weissen Westen möchte ich von heutigen Banken nicht mehr reden.

Natürlich hat der Wistleblower es immer schwer. Aber in manchen Bereichen hat er es eben wegen des rigorosen Corps-Geist und der Uneinsichtigkeit Kriminelles zu bekämpfen besonders schwer. Das Immer-Weiter-So ist unendlich leichter als das Aussteigen-Wollen mit all seinen Konsequenzen.


Natürlich kenne ich mich nicht in allen Bereichen und generell in Deutschland bei Banken aus. Ich beziehe mich auf unsere Gesetze und bei uns sind Verräter eben Verräter. Ich möchte auch nicht von krimineller Uneinsichtigkeit, die bekämpft werden soll, gerade in Deutschland sprechen. Bin aber der rigorosen Meinung, dass wenn die viel zu hohen Steuern gesenkt würden, viel weniger ihr Bares ins Ausland schaffen würden. Es liebs Grüessli. ;)
Viele Leute würden bereitwillig zugeben, dass sie sich langweilen; aber kaum einer würde zugeben, dass er langweilig ist.

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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon AlexRE » Mo 18. Jul 2016, 17:54

Livia hat geschrieben:Bin aber der rigorosen Meinung, dass wenn die viel zu hohen Steuern gesenkt würden, viel weniger ihr Bares ins Ausland schaffen würden. Es liebs Grüessli. ;)


Da bin ich ebenso rigoros anderer Meinung. ;)

Der Spitzensteuersatz in Deutschland war schon einmal deutlich höher als heute:

http://www.gevestor.de/details/der-spit ... 69667.html

... und eine Vermögenssteuer gibt es im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern der Welt gar nicht. Nach Deiner These müssten die vielen steuerlichen Vergünstigungen für Reiche und Spitzenverdiener der letzten 20 Jahre zu einem Rückgang von Steuerhinterziehungen geführt haben. Das glaube ich aber absolut nicht. Wer bei einem Steuersatz von 53 % Steuern hinterzieht, tut das auch bei 42 %. Wenn es einen Rückgang gegeben hat, dann nur wegen des mittlerweile erhöhten Risikos, erwischt zu werden.
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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon Livia » Mo 18. Jul 2016, 22:46

Da bin ich ebenso rigoros anderer Meinung. ;)


Bei uns funktioniert das jedoch seit Jahren, auch wenn es immer wieder welche gibt die ihre Guthaben verstecken als Schwarzgeld oder einfach beim Steueramt nicht deklarieren. Spätestens beim Ableben dessen wird das teuer für die Erben, was wiederum hart bestraft wird und es oft für die Erben nicht mehr lukrativ ist, das Erbe anzunehmen. Wenn das Vertrauen vom Staat zum Bürger nicht funktioniert wird es immer Steuersünder geben.

Straflose Selbstanzeige
Schweizer legen Milliarden an Schwarzgeld offen
von Von Eugen Stamm und Franziska Pfister / 1.3.2015, 11:04 Uhr

Die Zahl der Selbstanzeigen bei den Steuerbehörden nimmt zu: Mehr als 15 000 Fälle wegen nichtdeklarierter Vermögen haben die Kantone seit 2010 bearbeitet.


http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/ ... 1.18492889

Wer bei einem Steuersatz von 53 % Steuern hinterzieht, tut das auch bei 42 %.
Das sind happige Sätze, da würde ich mir auch überlegen ob ich alles deklarieren würde. :)
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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon maxikatze » Sa 30. Jul 2016, 09:39

Dieser Link von Dr Wo als Antwort auf einer von mir gestellten Frage auf Facebook, welche falschen Rezepte Sahra Wagenknecht gegen die Vermögensungleichheit hat und auch anschaulich darstellt, wie die Deckelung der Riesenvermögen erreicht werden kann:

http://meudalismus.dr-wo.de/html/meudalismus.htm#4
Bild



"Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit."
Susan Brownell Anthony
amerikanische Frauenrechtlerin 1820-1906
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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon AlexRE » Fr 5. Aug 2016, 09:27

Ein naiver Wunsch, solange man die für dramatische Verschlechterungen verantwortlichen Politiker immer wieder wählt.

Bild
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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon AlexRE » Mi 14. Sep 2016, 12:29

Auf Facebook gesehen und kommentiert:

Die Recherche zu Arbeit

Master mit 1,6 - Leben mit Hartz IV

Der Teil der "Generation Praktikum", der aus armen Familien stammt, wird von den neuen Feudalherren (zur Zeit der sozialen Marktwirtschaft "Unternehmer" genannt) natürlich auf Kosten des Steuerzahlers ausgebeutet, weil der Staat Akademikernachwuchs in prekären Verhältnissen unterstützen muss.

(...)


http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/d ... -1.2365940

Man sollte dabei aber nicht völlig übersehen, dass auch der Nachwuchs des Rest - Mittelstands ausgebeutet wird. Der wird dann aber aus der Familie unterstützt und von sozialwissenschaftlichen Statistiken sowie den Medien übersehen.

Auf diesem und vielen anderen Wegen wird der den Gesellschaftsentwurf des Grundgesetzes maßgeblich tragende Mittelstand aber sukzessive aufgelöst und die Bundesrepublik driftet immer mehr in Richtung "failed state" ...
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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon Uel » Do 15. Sep 2016, 01:32

... und die Bundesrepublik driftet immer mehr in Richtung "failed state" ...


... und wen juckt das? Ich denke unser Fehler als Wahlvolk ist anzunahmen, dass es den gewählten Volksvertretern um einen stabilen und gedeihlichen Staat für alle Bürger ginge.

Was ist, wenn das überhaupt nicht der Beweggrund von Politikern ist, sondern dass es um ihr Ego geht: berühmt zu sein, im Rampenlicht zu stehen und Leute kommandieren zu können. Es also auf das Berühmt- und Bekannt-Sein ankommt, auf den Aufstieg in die Netzwerke der Bessersituierten um da langfristig zu bleiben und die eigene Brut dort auch positionieren zu können. Möglicher Weise erwarten bei der heutigen Entwicklung der obligatorischen Berufstätigkeit beider Ehepartner auch die Eherpartner ein Einschleusen in beste Pöstchen. Wo soll bei so vielen persönlichen Dingen, die erreicht werden wollen das Allgemeinwohl seinen Platz behaupten. Wie ich schon mal hier vermutete: wir wählen einfach die falschen Typen Mensch: die eitlen selbstverliebten Lautsprecher, Verkäufertypen und Schaumschläger, so wie wir für den medial Unbegabten, der nur an der Sache und dem Erfolg für den Staat interessiert ist, nur Hähme und Verachtung übrig haben.

Krasses Beispiel ist diese biografiefälschende SPDlerin, die unbedingt etwas darstellen wollte (denn den Weg nach oben hätte sie wahrscheinlich auch ohne Dr. gemacht). Statt sich ruhig und besonders liebenswert zu verhalten, liebte sie offenbar das Komandieren und Schikanieren der Untergebenen, die Gefahr in Kauf nehmend, dass diese sich logischer Weise besonders kritisch für die Biografie und Leistungen der Chefin interessieren würden.
Liebe Grüße
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Re: Moderner Feudalismus

Beitragvon AlexRE » Do 15. Sep 2016, 16:53

Uel hat geschrieben:wir wählen einfach die falschen Typen Mensch: die eitlen selbstverliebten Lautsprecher, Verkäufertypen und Schaumschläger, so wie wir für den medial Unbegabten, der nur an der Sache und dem Erfolg für den Staat interessiert ist, nur Hähme und Verachtung übrig haben.


So ähnlich habe ich das hier auf dem Forum auch schon mehrfach geschrieben. Solange die Mehrheit der Menschen kein Bewusstsein für die kollektive Eigenverantwortung des Volkssouveräns einer Republik entwickelt, ist jeder programmatische Ansatz, der Erosion des Demokratie- und Rechtsstaatsprinzips etwas entgegenzusetzen, zum Scheitern verurteilt. Das hat man insbesondere an dem erbärmlichen Versagen der Piratenpartei gesehen. Die haben einen intelligenten demokratischen Ansatz ( "liquid democracy" - vereint die Vorteile von direkter und indirekter Demokratie und meidet die Nachteile beider ) zu einer Kindergarten - Veranstaltung verkommen lassen. In einer Demokratie gilt der Grundsatz "Der Fisch stinkt vom Kopf her" eben nicht uneingeschränkt, da muss der ganze Fisch gesund sein, sonst artet der Stillstand irgendwann in Rückschritt aus.
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