Denkmal für Contergan - Geschädigte

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Re: Denkmal für Contergan - Geschädigte

Beitragvon maxikatze » So 16. Sep 2012, 14:07

... durch alte Testergebnisse vorgewarnt waren und die Risiken bewusst eingegangen sind

Das ist Spekulation, sonst hätte man das ganz sicher nachgewiesen.
Ich traue ihnen ja so einiges zu, aber das nun doch nicht. Warum sollten sie, falls sie überhaupt um die Risiken rechtzeitig gewusst haben, keine Warnhinweise auf der Verpackung geben? Weil sie aus Profitgier alle Vorsicht beiseite geschoben haben? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Zumal der Wirkstoff erst nach dem Krieg - 1952 - entwickelt wurde.
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit.

Susan Brownell Anthony,
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Re: Denkmal für Contergan - Geschädigte

Beitragvon AlexRE » So 16. Sep 2012, 14:12

maxikatze hat geschrieben:Zumal der Wirkstoff erst nach dem Krieg - 1952 - entwickelt wurde.


Das weiß niemand mit letzter Sicherheit.

Aber - wie gesagt - ich habe das mit dem KZ - Arzt vor vielen Jahren irgendwo gelesen. Man kann natürlich nicht ausschließen, dass sich da irgendjemand eine von vielen Horrorgeschichten aus der NS - Zeit aus den Fingern gesaugt hat.
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Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Denkmal für Contergan - Geschädigte

Beitragvon Staber » So 16. Sep 2012, 19:36

Ich habe die Zeit , in der viele Contergan-Kinder geboren wurden , miterlebt. Geholfen hat man weder den Kindern, noch den Eltern dieser Kinder. Man hätte nur zu gerne den Eltern die Schuld daran gegeben, besonderst den Müttern, das sie solche Kinder geboren haben. Weder die Verursacher des ganzen Leides noch die Politik, deren Pflicht es nach Ihrem Amtseid gewesen wäre , hat etwas getan. Und die Staatsanwaltschaften schon garnicht. Wie viele dieser Familien sind dadurch ins Soziale Abseits gedrückt worden, ganz zu Schweigen von den betroffenen Kindern. Wieviel Leid hätte gemildert werden können, indem man den Betroffenen einfach nur Recht zugesprochen hätte und die Verursacher des ganzen dazu verpflichtet hätte, für den Lebensunterhalt der Betroffenen zu sorgen. Sich jetzt nach so langer Zeit, wo viele der Betroffenen schon lange Tod sind zu Entschuldigen,ist wirklich das letzte. Menschlich einfach Niederträchtig und Verachtenswert. Denn eine Entschuldigung hilft den Betroffenen nicht.

Schönen Abend noch,

wünscht staber ;)
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Re: Denkmal für Contergan - Geschädigte

Beitragvon AlexRE » So 16. Sep 2012, 20:36

Staber hat geschrieben:Ich habe die Zeit , in der viele Contergan-Kinder geboren wurden , miterlebt. Geholfen hat man weder den Kindern, noch den Eltern dieser Kinder. Man hätte nur zu gerne den Eltern die Schuld daran gegeben, besonderst den Müttern, das sie solche Kinder geboren haben. Weder die Verursacher des ganzen Leides noch die Politik, deren Pflicht es nach Ihrem Amtseid gewesen wäre , hat etwas getan. Und die Staatsanwaltschaften schon garnicht. Wie viele dieser Familien sind dadurch ins Soziale Abseits gedrückt worden, ganz zu Schweigen von den betroffenen Kindern. Wieviel Leid hätte gemildert werden können, indem man den Betroffenen einfach nur Recht zugesprochen hätte und die Verursacher des ganzen dazu verpflichtet hätte, für den Lebensunterhalt der Betroffenen zu sorgen. Sich jetzt nach so langer Zeit, wo viele der Betroffenen schon lange Tod sind zu Entschuldigen,ist wirklich das letzte. Menschlich einfach Niederträchtig und Verachtenswert. Denn eine Entschuldigung hilft den Betroffenen nicht.

Schönen Abend noch,

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An die Schuld - abschiebe - Versuche kann ich mich auch noch erinnern. Da wurden die absurdesten Geschichten lanciert, u. a., dass die betroffenen Kinder normalerweise Fehlgeburten gewesen wären und durch das Thaliodomid gerettet worden seien.
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Re: Denkmal für Contergan - Geschädigte

Beitragvon Staber » Mo 17. Sep 2012, 13:11

AlexRE hat geschrieben:
Staber hat geschrieben:Ich habe die Zeit , in der viele Contergan-Kinder geboren wurden , miterlebt. Geholfen hat man weder den Kindern, noch den Eltern dieser Kinder. Man hätte nur zu gerne den Eltern die Schuld daran gegeben, besonderst den Müttern, das sie solche Kinder geboren haben. Weder die Verursacher des ganzen Leides noch die Politik, deren Pflicht es nach Ihrem Amtseid gewesen wäre , hat etwas getan. Und die Staatsanwaltschaften schon garnicht. Wie viele dieser Familien sind dadurch ins Soziale Abseits gedrückt worden, ganz zu Schweigen von den betroffenen Kindern. Wieviel Leid hätte gemildert werden können, indem man den Betroffenen einfach nur Recht zugesprochen hätte und die Verursacher des ganzen dazu verpflichtet hätte, für den Lebensunterhalt der Betroffenen zu sorgen. Sich jetzt nach so langer Zeit, wo viele der Betroffenen schon lange Tod sind zu Entschuldigen,ist wirklich das letzte. Menschlich einfach Niederträchtig und Verachtenswert. Denn eine Entschuldigung hilft den Betroffenen nicht.

Schönen Abend noch,

wünscht staber ;)


An die Schuld - abschiebe - Versuche kann ich mich auch noch erinnern. Da wurden die absurdesten Geschichten lanciert, u. a., dass die betroffenen Kinder normalerweise Fehlgeburten gewesen wären und durch das Thaliodomid gerettet worden seien.



Moin Alex!

Wir hatten in Suderwich im Paßkamp so einen Fall. Da hatte die Mutter eines behinderten Babys im Sommer das Kind im Kinderwagen so zugedeckt,

fast versteckt, das man die verkrüppelten Arme nur nicht sah.Andere Mütter hatten die Kinder bei der Wärme oben auf die Zudecke liegen.

Da gab es Mütter die sich geschämt haben , diese Kinder auf die Welt gebracht zu haben. Kann man heutzutage gar nicht mehr vermitteln. Glaubt

keiner!

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Re: Denkmal für Contergan - Geschädigte

Beitragvon Livia » Mo 17. Sep 2012, 16:57

Staber hat geschrieben
Wir hatten in Suderwich im Paßkamp so einen Fall. Da hatte die Mutter eines behinderten Babys im Sommer das Kind im Kinderwagen so zugedeckt,

fast versteckt, das man die verkrüppelten Arme nur nicht sah.Andere Mütter hatten die Kinder bei der Wärme oben auf die Zudecke liegen.

Da gab es Mütter die sich geschämt haben , diese Kinder auf die Welt gebracht zu haben. Kann man heutzutage gar nicht mehr vermitteln. Glaubt

keiner!


Das war bei uns nicht anders. Ich bin jedoch der Meinung, dass Mütter zu diesen Mittel gegriffen hatten, weil sie mit der Schwangerschaft komplett überfordert waren. Da war niemand der eine Schwangere Frau beraten konnte, niemand der ihnen die Angst vor einer Geburt nahm, im Gegenteil, da hatten viele Frauen die bereits geboren hatten, Freude daran den Schwangeren Frauen bewusst Angst vor der Geburt zu machen.

Das führte dann dazu, dass unkontrolliert Medikamente eingenommen wurde, ohne deren Folgen zu kennen.
Viele Leute würden bereitwillig zugeben, dass sie sich langweilen; aber kaum einer würde zugeben, dass er langweilig ist.

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Re: Denkmal für Contergan - Geschädigte

Beitragvon AlexRE » So 1. Nov 2015, 14:35

So zögerlich haben die deutschen Behörden und die Pharmaindustrie schon Anfang der 60er Jahre beim Contergan - Skandal reagiert. Die denken wohl, dass jetzt genug Gras über die Sache gewachsen sei und dass man auch in diesem Bereich - wie sonst überall in Deutschland - die Profite über die Sicherheit stellen kann.

Spanische Behörden melden Erblindungen durch deutsche Arznei

13 Patienten auf mindestens einem Auge erblindet

(...)

de Juni hatte Aemps bereits eine Warnung herausgegeben und erklärt, dass das Produkt des deutschen Herstellers Alamedics GmbH vom Markt genommen worden sei. Für weitere Analysen wurden demnach Proben an eine Forschungseinrichtung in Spanien geschickt. Es gebe diesbezüglich eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Labor in Dornstadt sowie mit den deutschen Behörden, hieß es. In Frankreich teilten die Behörden im September mit, dass das Produkt vom Markt genommen sei. Das deutsche Labor sprach zudem von "einem Fall in Italien".

(...)


https://de.nachrichten.yahoo.com/spanis ... 39589.html
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