Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Hier soll besprochen werden, wie die künftige Entwicklung der UN im Hinblick auf zuverlässigeren internationalen Rechtsschutz einzelner Staaten und Volksgruppen aussehen könnte.

Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon maxikatze » Di 10. Apr 2012, 13:24

Im mittleren Osten - Iran - leben ca 30.000 Juden die nicht nach Israel auswandern wollen.
Es gibt auch einen jüdischen Abgeordneten im Parlament, Dr Siamak Morsadegh.
Es gibt 18 Synagogen in Teheran und 25 insgesamt im Iran.
Teheran hat mehrere Koscher-Metzger und Koscher-Restaurants.
Juden leben nicht in Ghettos und werden auch nicht politisch verfolgt.
Jüdische Scheidungsgesetze und Bestattungsrituale werden akzeptiert.
"Ofogh-e-Bina" so heisst die jüdische Zeitung in Iran.
Es gibt in Teheran ein jüdisches Krankenhaus, Bibliothek, Altersheim und Friedhof.
Und dann will mir jemand erklären, dass Mahmud Ahmadinedschad wörtlich gesagt haben soll, dass Israel von der Landkarte verschwinden soll? Wenn das so stimmt, warum weist Ahmadinedschad nicht die Juden aus Iran aus, wenn sie ihm angeblich so verhasst sind?
Ich glaube inzwischen, dass wohl einzig und allein die Machthaber in Israel gemeint sind, die seiner Meinung nach besser verschwinden sollten und nicht das israelische Volk.
Ach so, noch etwas:
Während des II. WK wurden 5.000 Juden durch iranische Diplomaten mit Pässen ausgestattet und so vom Holocaust gerettet.
Deswegen halte ich Iran keineswegs für demokratisch. Erst recht nicht, wenn Frauen seit der islamischen Revolution vor ca 30 Jahren zwangsverschleiert wurden. Aber die Hysterie, die aufgebaut wird, um einen eventuellen Erstschlag der Israeli zu rechtfertigen, erinnert mich an die damalige Behauptung, dass Irak Massenvernichtungsmittel besitzt, die aber nie gefundenen wurden - weil keine da waren. Es war alles Lüge.
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Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon Uel » Di 10. Apr 2012, 14:43

provokante Frage, wenn der israelische Innenminister schon die Rassismuskarte ziehen muss: Können auch Verwandte von Opfern heucheln?

Ich glaube JA! In der Gestalt der israelischen Regierung. Diese fordert gerade mal wieder vollständige Öffentlichkeit des iranischen Atomprogramms (zivil wie militärisch). Ich denke, jeder der fast 200 unterzeichnenden Staaten des Atomwaffensperrvertrags könnte das fordern, nur nicht Israel, was mit Indien, Pakistan, Nordkorea und einem weiteren einsamen Staat, den ich vergessen habe, diesen nicht unterzeichnete. Diese israelische Regierungen, die ihren eigenen Atomwissenschaftler, der versuchte etwas Öffentlichkeit ins israelische Atompokern zu bringen, als Staatsfeind NR. 1über Jahrzehnte einkerkerten, diese Regierung fordert Öffentlichkeit, womöglich durchgesetzt von der UNO, deren Beschlüsse israelische Regierungen immer so großzügig zu ignorieren pflegen. Jau, Regeln gelten immer nur für die Andern.

Und Deutschland? wir wären nicht in dieser besch... Lage, die die Hauptsorge des Grass´chen Gedichts in Form des letzten U-Boots bildet, wenn noch aus der Bonner Repubik gültig wär: keine Waffen in Krisengebiete!!!
Liebe Grüße
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Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon Staber » Di 10. Apr 2012, 17:07

Uel hat geschrieben:[color=#0000BF]provokante Frage, wenn der israelische Innenminister schon die Rassismuskarte ziehen muss: Können auch Verwandte von Opfern heucheln?

Ich glaube JA! In der Gestalt der israelischen Regierung. Diese fordert gerade mal wieder vollständige Öffentlichkeit des iranischen Atomprogramms (zivil wie militärisch).



@Uel! :)
Wir sollten es den Israelis nicht übel nehmen, wie sie mit einem deutschen Literatur - Nobelpreisträger umgehen. ;)
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Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon AlexRE » Mi 11. Apr 2012, 09:30

Zwei Stimmen pro Grass, Alfred Grosser und Uri Avnery:

http://www.sueddeutsche.de/politik/alfred-grosser-ueber-kritik-an-israel-grass-hat-etwas-vernuenftiges-gesagt-1.1329287

http://www.sueddeutsche.de/politik/israelischer-autor-uri-avnery-kritik-verbot-an-israel-ist-antisemitisch-1.1328555

Uri Avnery meint, es sei antisemitisch, Kritik an Israel verbieten zu wollen, weil man damit sozusagen Israel die Gleichbehandlung mit anderen Staaten versage ...
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon Uel » Mi 11. Apr 2012, 12:49

Der israelische Autor Uri Avnery: "Es ist antisemitisch, darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden darf." Israel wolle mit denselben Maßstäben wie andere Staaten gemessen werden. "Jede Einstellung, die besagt, dass Israel eine Art Sonderbehandlung haben muss, ist antisemitisch", sagte er.


Endlich hat es mal einer auf dem Punkt gebracht, und zum Glück für die Erfogsaussichten kein Deutscher.

Des Weiteren zu der Frage warum ein Gedicht? Natürlich ein Gedicht! ... denn ein Gedicht muss nicht logisch vollständig sein, was noch nicht einmal vielen schreibenden, journalistischen Einfallspinseln anscheinend klar ist, es braucht keinen logischen Sachverhalt wieder zu geben, sondern wie man einen Sachverhalt subjektiv empfindet, hier ein "Bedrohungsritual" mit seinen möglichen Auswirkungen wegen der "genialen Diplomatie" unserer Kanzlerin auch bis nach Deutschland hinein. Wie größer wäre das Geschrei, wenn in einem richtig ausgearbeiteten politischen Artikel die Goldwaage der Schuldzuweisungen zwischen Iran und Israel nicht den vorausgewussten Justierungen von Betroffenheitsfetischisten entsprochen hätte. Ja, dann hätte man Grass total fertigmachen können. Prosa, das hätte man wohl zu gern gehabt, anscheinend ist Grass trotz Alterseigensinn dazu zu schlau.

Und die SPD? ... mal wieder ohne Rückgrat, wenn es um Solidarität geht.

PS.: Staber, Du hast Recht: Der Patient israelische Regierung / israelisches Parteiengeflecht gehört schon lange auf die Couch.

Liebe Grüße
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Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon Staber » Mi 11. Apr 2012, 17:12

Wi(e)der diese Heuchelei

Sie spucken und sie schlagen
Wie konntest Du es wagen?
Was alle wissen, alle kennen
Mal so direkt beim Namen nennen

Dein Wort hat mit dem Judentum
Gar nichts zu tun
Um Frieden bittest Du - Gerechtigkeit
Nun schlagen sie die Worte breit
Selbst Deine Kunst - wird noch verhunzt

Ich danke Dir für solchen Mut
und Deine schönen Werke
Geschrieben für die Ewigkeit
Das bleibt und nicht die Zwerge

http://www.sueddeutsche.de/politik/alfr ... kommentare

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Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon maxikatze » So 30. Sep 2012, 19:37

Der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass bleibt auch weiterhin kritisch und unbequem. Ein Werk mit 87 Gedichten kommt zum Wochende in den Buchhandel. Darin würdigt er den zu einer langjährigen Haftstrafe israelischen Atomphysiker M. Vanunu, weil er das Atomprogramm 1986 Israels öffentlich gemacht hat.


Zwischen den Zeilen ruft Grass zum militärischen Geheimnisverrat auf - überall dort in der Welt, wo Vernichtungswaffen hergestellt werden: "Drum: Wer ein Vorbild sucht, versuche ihm zu gleichen, entkleide, werde mündig, spreche aus, was anderswo in Texas, Kiel, China, im Iran und Rußlands Weite erklügelt wird und uns verborgen bleibt." Die Kieler Werft HDW baut für Israel U-Boote, die nach Medienberichten atomwaffenfähig sein sollen.



weiter lesen: http://web.de/magazine/unterhaltung/kul ... #.A1000145
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Re: Grass-Gedicht und Israel- und Iran-Verhaeltnis

Beitragvon maxikatze » So 24. Aug 2014, 20:34

http://web.de/magazine/nachrichten/ausl ... ab.283.180


Iran schoss israelische Drohne nahe Atomanlage ab
Der Iran hat nach eigenen Angaben eine israelische Drohne abgeschossen, die in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. Nach Angaben der Revolutionsgarden wurde das unbemannte Fluggerät von iranischen Raketen getroffen, kurz bevor es die Atomanlage Natans im Zentraliran habe erreichen können. Die iranische Nachrichtenagentur Isna nannte am Sonntag zunächst keine weiteren Details.




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