Game over

Hier soll besprochen werden, wie die künftige Entwicklung der UN im Hinblick auf zuverlässigeren internationalen Rechtsschutz einzelner Staaten und Volksgruppen aussehen könnte.

Re: Game over

Beitragvon AlexRE » Mo 21. Apr 2014, 17:48

Einer unserer Teilnehmer (Journalist) hat Bin Laden vor 10 Jahren interviewen können. Das haben wir heute auf Facebook geschrieben:

Über Osama bin Laden zu schreiben, ist gefährlich. Schnell kann man sich dem Verdacht ausgesetzt sehen, wahlweise ein Sympathisant dieses Mannes, ein obskurer Verschwörungstheoretiker oder aber ein Feind des Islams an sich zu sein. Manche meinen, er habe nie existiert. Andere glauben, er sei vom CIA finanziert worden. Dritte wiederum halten ihn für einen Freiheitskämpfer, einen Rebellen im Kampf gegen die Vormachtstellung der Vereinigten Staaten.

Ich nicht. Für mich ist bin Laden kaum mehr als ein fanatisierter Massenmörder und der vielleicht schlimmste Terrorist der Menschheitsgeschichte. Als ich ihm heute vor genau zehn Jahren - plusminus ein paar Tage - das erste und einzige Mal begegnet bin, wirkte er jedoch ganz anders. Er war charmant, gastfreundlich und wissensdurstig. Er lobte die Schönheit Deutschlands (welches er jedoch nie besuchen konnte) und fragte mich, wie ich den Orient mochte. Wir lasen gemeinsam Zeitung am Brunnen unter der Sonne. Sein Englisch war dialektfrei, mein Arabisch hingegen nur rudimentär. Das fand er drollig.

Vor knapp drei Jahren, im Mai 2011, wurde Osama bin Laden schlussendlich von US-amerikanischen Truppen gestellt und hingerichtet. Was er hinterlässt, war sein großer Traum: Eine Welt in Krieg und Scherben, von tiefer Feindschaft zwischen Teilen der westlichen und der islamischen Kultur geprägt. Seine Anhänger verüben mittlerweile Massaker und Bombenanschläge von Djerba in Westafrika bis Jakarta in Indonesien. Ganze Tausendschaften erheben sich, um in von ihnen ausgelösten Bürgerkriegen gewaltige Landstriche für das Kalifat Al Kaidas zu erobern: In der Wüste Malis beispielsweise, im subtropischen Südjemen, in den Bergen Afghanistans und den Städten Syriens.

Und die Beliebtheit des mafiös agierenden Terrornetzwerks wächst weiter. "Bei Meinungsumfragen im Frühjahr 2012 in Palästina, Ägypten und in Indonesien äußerten 25 Prozent der Befragten Sympathien für Al-Qaida", schreibt das Bundesministerium für Verteidigung in einer kürzlich veröffentlichten Detailstudie zu Struktur und Zielsetzung der Organisation Osama bin Ladens.

http://tinyurl.com/mg9w5zs

Vieles davon führte auch ich bereits in einer am 20. April 2012 veröffentlichten Analyse an (Seite acht).

http://tinyurl.com/lhvqldy

Wie es der Zufall manchmal so will, saß gestern - also genau zwei Jahre später - einer neben mir am Biertisch, der neben diversen Punk-Buttons auch den unten abgebildeten bin Laden-Anstecker an seiner Schirmmütze trug. Er hatte ihn auf einem Flohmarkt erworben, erzählte er mir, und ich kaubelte ihn ihm ab. Nicht, weil ich Sympathien für den Terrorfürsten hegte, sondern weil dieser in mir Erinnerungen wachrief: An jenen Moment von vor genau zehn Jahren - plusminus ein paar Tage - und an die wohl merkwürdigste Begegnung meines bisherigen Lebens.

Schönen Wochenbeginn Euch allen!



Bin Laden hat Dich persönlich gekannt?
Das ist ja mal ein genialer militärischer Schachzug. Man schicke total harmlos wirkende Westler zu ihm, dann hält er den Westen für endgültig in Dekadenz versunken, wird unvorsichtig und schwupps - haben ihn die Amis an den Eiern. :)

Unvergessen übrigens auch bin Ladens allerletztes Terror-Video:

Link


Ich habe immer noch das Bekenner - Video zu 9/11 in Erinnerung. "80 Jahre des Unrechts sind nun vorbei" - mehr muss man nicht wissen, um den vermeintlichen religösen Fanatismus als verspätete orientalische Variante des europäischen Faschismus`der Zwischenkriegszeit einordnen zu können. Die Araber haben sich bei der Neuordnung der Welt nach 1918 genauso von den Hauptsiegermächten betrogen gefühlt wie u. a. Italiener, Japaner und natürlich die Kriegsverlierer. Dazu hatten sie ja auch gute Gründe. Mit Religion haben die allerdings nicht zu tun, die wird von den arabischen Faschisten nur vorgeschoben. So kann man die ganze muslimische Welt nach nützlichen Idioten abgrasen.

Ich halte übrigens die religiöse Komponente (die unter bin Laden tatsächlich noch vorhanden war) mittlerweile nur noch vorgeschoben. Das Interesse an lukrativen Drogengeschäften dominiert nun die Aktionen dieser Organisation. Zuletzt hatte ich dazu auch einen interessanten Artikel gelesen über die vielfältigen Kontakte Al Kaidas zu lateinamerikanischen Kali-Kartellen.

http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/al ... rs-1857934


Die religiöse Komponente halte ich seitens Bin Laden persönlich für von Anfang an vorgeschoben, das wurde in den ersten Jahren nur besser kaschiert, z. B. in Sachen Drogengeschäfte. Mittlerweile lässt die Disziplin nach, der Chef ist ja nicht mehr da.

Moment. Muss kurz die Freundschaftsanfrage der NSA beantworten.


Schöne Grüße von mir. ;)

Sehr interessant bezüglich der internen Strukturen Al Kaidas sind übrigens auch die in diesem (ziemlich witzigen) Video erwähnten, kürzlich gefundenen Dokumente:

Link
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Re: Game over

Beitragvon AlexRE » Do 14. Aug 2014, 00:33

Auf Facebook gesehen und kommentiert:

Die geplatzte Bombe: Bin Laden hat bis zum 11. September für die USA gearbeitet!

Staatsgeheimnisse

Sibel (Edmonds) ist zu der am stärksten geknebelten Frau Amerikas gemacht worden, weil ihr das States Secrets Privilege (das Verbot, über Staatsgeheimnisse zu reden) gleich zweimal auferlegt wurde. (8)

Ihre 3½ Stunden dauernde Aussage vor der 9/11 Commission wurde vollkommen unterdrückt und in dem Bericht (der Kommission) nur in einer Fußnote erwähnt, die Leser auf deren Geheimhaltung hinweist. In ihrem Interview (in der Radio-Show) sagte Sibel Edmonds, sie habe in ihrer der Geheimhaltung unterworfenen Aussage vor allem darauf hingewiesen, dass die Vereinigten Staaten Bin Laden und die Taliban in Zentralasien – einschließlich Xinjiang – (für ihre Zwecke) benutzt haben. In diesem Interview wiederholt sie ständig, die US-Regierung begründe das ihr auferlegte Redeverbot damit, dass "heikle diplomatische Beziehungen zur Türkei, zu Israel, zu Pakistan und zu Saudi-Arabien" geschützt werden müssten. Das ist zwar teilweise wahr, aber es ist auch wahr, dass sich die US-Regierung damit auch selbst schützen will; in den Vereinigten Staaten ist es nämlich ebenfalls ein Verbrechen, wenn die Geheimhaltung benutzt wird, um andere Verbrechen zu vertuschen.

(...)


http://www.hintergrund.de/20090814466/globales/terrorismus/die-geplatzte-bombe-bin-laden-hat-bis-zum-11september-fuer-die-usa-gearbeitet.html


Bei der Häufigkeit, mit der unsere Verschwörungstheoretikergemeinde Bomben platzen lässt, muss sie sich ja irgendwann Hörschäden einhandeln und hat dann den Knall nicht mehr gehört.

Allerdings muss man auch feststellen, dass das amerikanische "hire & fire" - Prinzip dazu führen kann, dass die Amis sich zu voreilig Mitarbeiter, Verbündete, Freunde usw. zulegen, weil sie meinen, dass man die ja schnell wieder loswerden könne ...

Link
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Re: Game over

Beitragvon AlexRE » Sa 4. Okt 2014, 15:07

nur ein Buchstabe vertauscht ;)

Bild
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Re: Game over

Beitragvon AlexRE » Sa 23. Sep 2017, 20:24

Die Familie von Osama bin Laden (zweiter von rechts, grünes Hemd und blaue Hosen) auf Besuch in Schweden 1970:

Bild
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