Wende in der Energiepolitik

Hier werden Meinungen zu erneuerbaren Energien, Fragen des Energiemarktes usw. ausgetauscht.

Wende in der Energiepolitik

Beitragvon maxikatze » So 18. Jan 2009, 15:31

In Zukunft führt sowieso kein Weg daran vorbei aus der Kernenergie auszusteigen. Die Gefahren die von den anfallenden radioaktiv verseuchten Abfällen ausgehen, sind viel zu gross, um an dieser Art Energiegewinnung noch lange festzuhalten. Es ist nicht nur das Problem mit der angeblich sicheren Endlagerung, wenn man dabei überhaupt von Sicherheit sprechen kann, bei einem Stoff,dessen Halbwertzeit 24.000 Jahre beträgt. Sondern es könnten ja möglicherweise auch äussere Faktoren , die zur Katastrophe führen, eine Rolle spielen. Zum Beispiel ein Meteoriteneinschlag.... Schon mal an sowas gedacht ?
Darum ist es zukunftsträchtiger, Energie direkt beim Verbraucher zu erzeugen. Das sollte staatlich gefördert werden.
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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon maxikatze » So 18. Jan 2009, 15:33

Das Bergwerk Asse in Niedersachsen wird offiziell als Forschungslager für Atommüll bezeichnet, inoffiziell wird es als Endlager betrieben. Einst wurden dort Kali - und Steinsalze abgebaut. Doch die Grube die als Lager dienen sollte, droht einzustürzen. Eigentlich müsste das unter anderem der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wissen, aber er wusste bislang genauso wenig als die Öffentlichkeit. Eines ist jetzt sicher, nämlich das der Salzstock nicht dicht ist.
Das Münchner Helmholtzzentrum, der Betreiber, kann nicht mehr so ganz ausschliessen,dass ein Wassereinbruch die radioaktive Suppe ins Grundwasser spült. Das Ausmass der schleichenden Katastrophe ist noch nicht absehbar, ein Störfall für die Umwelt und für die, die ein auf ein Comeback der Risikotechnologie hoffen.
Eine Expertenkommission kam zu dem Schluss , das die Risiken des Standortes früh genug bekannt waren und die Öffentlichkeit hinters Licht geführt wurde. Der angebliche Forschungsstandort wurde als Endlager für radioaktive Abfälle behandelt.
Laut einer Bestandsaufnahme lagern ( verrotten ) mindestens 126.000 Blechfässer in denen sich schwach - und mittelradioaktiver Müll aus deutschen Kernkraftwerken befindet. Zeugen berichteten den Kontrolleuren , das in den ersten Jahren durchgerostete Fässer angeliefert wurden, aus denen Flüssigkeit austrat. Kontaminierte Materialien hat man dann in Plastiksäcke verpackt und den abgelegten Abfällen beigefügt.
Dabei waren die Risiken des Depots früh genug bekannt und zwar schon vor 1967. In Betracht kam damals schon ein "Ersaufen der Grube", es fanden sich aber willfährige Wissenschaftler, die die Bedenken zerstreuten.
Experten fürchten heute, das nicht mehr viel Zeit zum Handeln bleibt. Die Standfestigkeit der Grube kann man nur bis zum Jahr 2014 garantieren. Das o.g. Helmholtzzentrum empfiehlt eine kontrollierte Flutung , der das giftige Erbe umschliessen soll. Nachteil: Langfristig würden auch die noch intakten Fässer verrotten.
Die Anwohner wehren sich gegen die Flutung und verlangen eine Prüfung der Alternativen und den Stopp der Arbeiten bis völlig geklärt ist , was unter der Erde tatsächlich passiert.
Bereits jetzt kostet das mal abgesehen von dem risikobehafteten Lager jährlich 100 Millionen €. Die Kosten tauchen beim angeblich günstigen Atomstrom in keiner Berechnung auf. -
Sigmar Gabriel hat noch ein anderes Interesse als die Einhaltung der Ausstiegsverträge, Asse liegt in seinem niedersächsischen Wahlkreis.
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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon maxikatze » So 18. Jan 2009, 15:34

Wahrscheinlich kommt es im Fall " Asse " zum Betreiberwechsel. Der Bundesumweltminister S.Gabriel drängt auf eine Übernahme , wobei das Bundesamt für Strahlenschutz neuer Betreiber werden soll. Weiterhin werden strafrechtliche Konsequenzen geprüft, weil der Betreiber und das Landesbergamt grob fahrlässig gehandelt haben. Gabriel bringt seine Zweifel zum Ausdruck, ob wirklich kein hochradioaktiver Abfall lagert. Er sieht Asse als die problematischste kerntechnische Anlage Europas.
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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon maxikatze » Di 20. Jan 2009, 09:00

Der Betreiber der Anlage, das Bundesamt für Strahlenschutz, konnte nicht ausschliessen, dass sich in einer der Kammern die Decke oder Teile der Decke lösen und auf ca 6000 ! Atommüllfässer stürzen können. In der ganzen Sole knirscht und knistert das Gebirge .
Das BfS hofft trotzdem, dass sich die Salzgrube mit Beton festigen lässt, damit wenigstens ein Teil der Fässer wieder herausgeholt werden kann. Im niedersächsischen Umweltministerium schätzt den Nutzen dieses Vorhabens als sehr unsicher ein. Eine gewünschte Entlastung durch Beton wäre erst in 8 -10 Jahren messbar, so ein Endlager - Experte.
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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon Uel » Fr 23. Jan 2009, 23:07


@Maxi,
...ich glaub, die stehen kurz vor einem grossen Gau.

Wenn Leute von der Atomseite schon hoffen muessen. Das einzig Richtige waer, mit Roboterfahrzeugen die Faesser schnellstens an die Oberflaeche zu holen, ...aber da hoffen nun wir wahrscheinlich vergeblich.

Mit Beton diese riesigen Hohlraeume stabilisieren? Lachhaft! Stahlfaesser in einem Salzstock? Lachhaft! Salzhoehlen als sicheres Lager? Lachhaft, bei Wassereinbruch beginnt das grosse >Gesuelze< (Zynismus!).
Liebe Grüße
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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon maxikatze » Fr 17. Apr 2009, 12:07

Ja Uel, ich sehe da eine Katastrophe auf uns zukommen, wenn nicht umgehend gehandelt wird. Ich mag nicht zu Ende denken, wenn erst 125.000 Fässer radioaktiver Abfall durchgerostet sind ..... Werden weite Teile Europas unbewohnbar ? War der Gau von Tschernobyl nichts dagegen ? Warum wird nicht umgehend gehandelt ? Wenn ich die Berichterstattung in der Lokalpresse verfolge, kann die Konsequenz nur lauten : Raus aus der Kernenergie !

Gestern war zu entnehmen , dass in der Asse radioaktive Abfälle auch Arsen, Quecksilber und Blei enthalten. Es finden sich Hinweise darauf, dass auch 12 Fässer Pflanzenschutzmittel eingelagert worden sind.
Allein der Anteil an Arsen wird mit 497 kg angegeben.
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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon maxikatze » Sa 18. Apr 2009, 18:34

....damit noch lange nicht genug. Es lagern auch Tierkadaver, ob sie aus Versuchslaboren stammen, ist noch nicht geklärt.
Weiterhin lagern radioaktive Abfälle aus der Bundeswehr. Offen dabei ist, ob es sich um Leuchtmunition oder gar Reste von alliierten Atomwaffen handelt. :!: :!: :!:
Das Bundesamt für Strahlenschutz, der neue Betreiber,führt eine genaue Inventarisierung durch.
Ich will mal hoffen, dass wir genau darüber informiert werden, was , von wem und wieviel von den Schadstoffen gelagert sind und wie man gedenkt, das Problem aus der Welt zu schaffen !
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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon Uel » Do 28. Mai 2009, 13:08

Mich erreichte diese Mail: Für Alle, die sich Angst um das Beibehalten des Ausstiegs machen, die ernsthafte Sorgen zum Lagern dieses Dreckzeugs haben:

Von: Campact - Kerstin Schnatz <info@campact.de>

mit einer bundesweiten Aktionstour wollen wir im Sommer die Atomlobby an ihrer Achillesferse packen: der ungelösten Endlagerung des Jahrmillionen strahlenden Atommülls. Die Lobby setzt alles daran, dass CDU/CSU und FDP in einer neuen Bundesregierung den Atomausstieg kippen.

Doch die Parteien werden an diesem Plan nur festhalten, wenn sie ihre Wahlchancen dadurch nicht gefährdet sehen: Deshalb müssen wir möglichst viele Menschen im Lande davon überzeugen, dass Atomkraft zu riskant ist und die Zukunft bei den Erneuerbaren Energien liegt.

Mit einem "Castor-Transport" wollen wir die Bewohner/innen möglichst vieler Großstädte mit der Frage konfrontieren: Ist Ihre Stadt geeignet als atomares Endlager? Beim Gedanken, den hochgefährlichen Atommüll vor der eigenen Haustür zu lagern, packt selbst die Befürworter/innen der Risikotechnologie blankes Entsetzen.

Machen Sie unseren "Castor-Transport" mit Ihrer Spende möglich!

Schon von weitem soll unser Gefahrguttransport zu erkennen sein: Überdimensionale, gelb-schwarze Warnschilder, Sirenengeheul und grelles Licht. Den Marktplatz sperren Personen in Strahlenschutzanzügen großräumig ab und messen die radioaktive Belastung der Bürger/innen. Ist ein "geeignetes" Endlager gefunden, spuckt unser Transport gelbe Atommüllfässer aus.

Wohin mit dem strahlenden Atommüll? Mit dieser Frage wollen wir im Anschluss an die Aktion die örtlichen Kandidaten/innen für den neuen Bundestag ins Schwitzen bringen. Vor der Kulisse unseres Castor-Behälters und maroder Atommüllfässer sind sie eingeladen, mit ihren Wähler/innen ihre Positionen zu diskutieren. Wir machen das Auslaufmodell Atomkraft und zukunftsfähige Alternativen zum Stadtgespräch.

Damit die Tour ein großer Erfolg wird, müssen wir schon jetzt ordentlich Geld in die Hand nehmen. Jeder Tourstopp wird uns etwa 5.000 Euro kosten: Tausende Flugblätter und Plakate müssen gedruckt, Politiker/innen eingeladen, die Technik entliehen und die Medien verständigt werden.

Wie viele Tourstopps zusammenkommen, hängt von der Zahl der Spenden ab. Ob mit 5, 10 oder 20 Euro - helfen Sie uns, die Weichen vor der Bundestagswahl richtig zu stellen: Weg von Atomkraft, hin zu den Erneuerbaren!

Spenden Sie für die Aktionstour!

Viele Grüße
Kerstin Schnatz
www.campact.de

PS. Sie können uns Ihre Unterstützung für die Aktionstour auch direkt auf das folgende Spendenkonto überweisen: Campact e.V., KontoNr. 6980270111, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 25120510, Stichwort: Atomtour.

Spenden an Campact sind steuerlich absetzbar!
Liebe Grüße
von Uel


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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon DJ_rainbow » Fr 29. Mai 2009, 08:33

Ganz ehrlich?

Vernunft ist etwas anderes als dieser ideologiegesteuerte Öko-Terrorismus.

Ja, wir haben ein Endlager-Problem, das dringend gelöst werden muss. Aber nicht mit Schaum vorm Maul, sondern rational und lösungsorientiert.

Aber auch: Nein, wir haben keine kurzfristig einsetzbaren Alternativen für die Grundlast, die in einem (wenn es nach den grünen Morgenthau-Fetischisten ginge, Noch-?) Industriestaat Deutschland benötigt wird.

Zumal auch wieder mal die Sicht aufs große Ganze fehlt. Hilft es global, wenn in D der Atomausstieg erzwungen wird? Den Rest der Welt dürfte es nicht wirklich kümmern - globaler Gesamtnutzen also = 0.
In der Demokratie mästen sich Sozialisten in Parlamenten. Im Sozialismus hungern Demokraten in Zuchthäusern und Arbeitslagern.

Modi bei http://www.radio-xtream.de

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Re: Wende in der Energiepolitik

Beitragvon AlexRE » Mo 1. Jun 2009, 14:47

DJ_rainbow hat geschrieben:Ganz ehrlich?

Ja, wir haben ein Endlager-Problem, das dringend gelöst werden muss. Aber nicht mit Schaum vorm Maul, sondern rational und lösungsorientiert.


Hast Du den ganzen thread gelesen, z. B. uels Text zu der "Stabilisierung" des Salzstocks mit Beton? Im Moment habe ich wirklich das Gefühl, dass die Irrationalität auf Seiten der Verantwortlichen für die Handhabung der Kernkraft und des Entsorgungsproblems liegt.

Entweder ist das irrational.... oder es handelt sich um eine Art von Ratio, für die normalerweise die Strafgerichtsbarkeit zuständig ist.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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