Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Hier wird das wirtschaftspolitische Profil für die Zeit nach der 2. Parteigründung diskutiert.

Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon icke » Do 9. Mär 2017, 16:37

Nun ist es passiert, Flatex führt als erste Bank für Privatkunden Negativzinsen ab dem 1. Euro ein. Die Deutsche Ban, die Postbank und die Sparkasse Holstein wurden für ihre überhöhten Gebühren für Basiskonten verklagt.

Unter den größten Finanzinstitute befinden sich Schattenbanken, Versicherungen und Vermögensverwalter, die zum Teil bankenähnliche Geschäfte betreiben, die aber nicht so stark reguliert werden wie Banken. BLackRock ist das größte Finanzinstitut der Welt mit knapp 5 Billionen Dollar in über 1000 Fonds. Danach folgen die Allianz und die beiden amerikanischen Fondsgesellschaften Vanguard und State Street. Die Branche der Vermögensverwalter verwaltet ca. 90 Billionen Dollar. Das entspricht etwa dem BIP der Weltwirtschaft und 3/4 der von den Banken verwalteten Geldern. Die Branche der Vermögensverwalter wächst aber viel stärker.

http://boerse.ard.de/anlagestrategie/ge ... se100.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 37132.html
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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon icke » Mo 12. Jun 2017, 14:38

Franz von L'Estocq, Manager bei der Berliner Niederlassung der Bank of Scotland, äußerte sich bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages sehr kritisch über Restschuldversicherungen. Laut seiner Aussage sind Provisionen von 50 Prozent der Prämie sind durchaus normal. Bei einem Kredit von 10.000 € seien Versicherungsprämien um die 2000 Euro üblich - macht 1000 zusätzlich für die Bankk. Gleichzeitig greifen die Verträge nur äußerst selten. Nur 0,3 Prozent der Versicherten erhalten eine Auszahlung.

Obwohl die Bank den Versicherungsbeitrag inklusive der Provision auf die Kreditsumme aufschlägt, der Kunde also noch Zinsen drauf zahlt, werden die Kosten nicht mit dem Effektivzinssatz ausgewiesen. Das geht deshalb, weil die Banken darauf bestehen, dass beide Verträge unabhängig voneinander verkauft werden. Verbraucherschützer berichten aber häufig davon, dass Banken Druck auf die Kunden ausüben und die Kreditvergabe abhängig vom Abschluss der Restschuldversicherung machen.

L'Estocq empfahl den Abgeordneten, den gemeinsamen Verkauf von Kredit und Restschuldversicherungen zu verbieten und die Offenlegung der Kosten zu verlangen. Außerdem verwies er auf entsprechende Regeln in Großbritannien. Dort wurden die entsprechenden Banken von der Finanzaufsicht wegen dieser Vertriebspraktiken zu Milliardenstrafen verurteilt. Und da es seit Steinmeier und Eichel gängige Praxis ist, den Finanzmarktplatz Deutschland mit britischen Regeln wettbewerbsfähig zu machen, spricht nichts dagegen.

http://www.bundestag.de/presse/pressemi ... ieb/508400
https://www.verbund-deutscher-honorarbe ... schuss.pdf
http://www.bundestag.de/dokumente/texta ... aft/508324
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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon AlexRE » Mo 12. Jun 2017, 20:05

icke hat geschrieben:Franz von L'Estocq, Manager bei der Berliner Niederlassung der Bank of Scotland, äußerte sich bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages sehr kritisch über Restschuldversicherungen. Laut seiner Aussage sind Provisionen von 50 Prozent der Prämie sind durchaus normal. Bei einem Kredit von 10.000 € seien Versicherungsprämien um die 2000 Euro üblich - macht 1000 zusätzlich für die Bankk. Gleichzeitig greifen die Verträge nur äußerst selten. Nur 0,3 Prozent der Versicherten erhalten eine Auszahlung.

Obwohl die Bank den Versicherungsbeitrag inklusive der Provision auf die Kreditsumme aufschlägt, der Kunde also noch Zinsen drauf zahlt, werden die Kosten nicht mit dem Effektivzinssatz ausgewiesen. Das geht deshalb, weil die Banken darauf bestehen, dass beide Verträge unabhängig voneinander verkauft werden. Verbraucherschützer berichten aber häufig davon, dass Banken Druck auf die Kunden ausüben und die Kreditvergabe abhängig vom Abschluss der Restschuldversicherung machen.

L'Estocq empfahl den Abgeordneten, den gemeinsamen Verkauf von Kredit und Restschuldversicherungen zu verbieten und die Offenlegung der Kosten zu verlangen. Außerdem verwies er auf entsprechende Regeln in Großbritannien. Dort wurden die entsprechenden Banken von der Finanzaufsicht wegen dieser Vertriebspraktiken zu Milliardenstrafen verurteilt. Und da es seit Steinmeier und Eichel gängige Praxis ist, den Finanzmarktplatz Deutschland mit britischen Regeln wettbewerbsfähig zu machen, spricht nichts dagegen.

http://www.bundestag.de/presse/pressemi ... ieb/508400
https://www.verbund-deutscher-honorarbe ... schuss.pdf
http://www.bundestag.de/dokumente/texta ... aft/508324


Genau genommen ist das multipler Beschiss. Bereits das Verlangen der Bank, dass der Kunde eine Restschuldversicherung abschließen müsse, ist unlauter. Die Bank hat sich nämlich bereits über den Zinssatz abgesichert, weil jeder mit Restrisiken behaftete Kredit deutlich teurer ist als risikofreien (Hypotheken-) Kredite, mithin also Forderungsausfälle auf alle Kunden umgelegt werden.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon Livia » Fr 14. Jul 2017, 17:06

14.07.2017 - 08:53, Von Jörn Bender, dpa, und Daniel Schnettler, dpa-AFX/sda/grö
UBS-Präsident warnt: Banken sitzen auf faulen Krediten von 1 Billion Euro

Der Sommer 2007 war schwarz: Was als Schwelbrand in den USA begann, wuchs sich zu einem weltweiten Flächenbrand der Finanzkrise aus. Manches hat sich seither getan, aber sind die Banken heute sicherer?

Steuermilliarden für marode Banken - Italiens jüngste Rettungsaktionen lassen aufhorchen. Sollte nicht alles besser werden nach den Erfahrungen der Jahre 2007/2008? Abgestimmte Aufsicht, strengere Regeln, klarere Haftung. Zehn Jahre nach Ausbruch der grössten Finanzkrise der Nachkriegszeit hat die Finanzbranche in Europa zwar ein Stück weit Vertrauen zurückgewonnen. Vollends gelöst sind die Probleme jedoch längst nicht.

«Wir sind nach wie vor in der Auflösung der Krise», warnt Axel Weber. Der heutige Verwaltungsratschef der Schweizer Grossbank UBS hat die Finanzkrise noch als Bundesbank-Präsident erlebt. Weber ist überzeugt: «Erst wenn die ganzen schlechten Assets aus den Bilanzen verschwunden sind, haben wir die Krise überwunden.» EU-weit sitzen Banken noch auf faulen Krediten im Volumen von rund einer Billion Euro - vor allem in Südeuropa. In Italien etwa müssen die Banken um jeden sechsten geliehenen Euro bangen. Das weckt böse Erinnerungen.


https://www.bluewin.ch/de/news/wirtscha ... hres-.html
Viele Leute würden bereitwillig zugeben, dass sie sich langweilen; aber kaum einer würde zugeben, dass er langweilig ist.

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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon icke » Sa 23. Sep 2017, 13:08

Die Flüchtlingsentscheidung war nicht die erste Entscheidung, die vorbei am Parlament getroffen wurde. Die Rettung der IKB erfolgte im Februar 2008 auch ohne Parlamentsbeschluss, ohne das Recht der Abgeordneten, Einsicht in die Dokumente zu nehmen. Die Rettung erfolgte einige Wochen vor dem Geburtstagsessen im Kanzleramt mit Merkel und Ackerman. Ein Untersuchungsausschuss scheiterte an der Großen Koalition und der FDP. Dieser Vorgang ist durchaus repräsentativ, denn von den Finanzunternehmen kreierte, hochriskante, verbriefte Wertpapiere, die mit hohen Gewinnen, aber ohne ausreichende Haftung vermarktet wurden, sind die Hauptverursacher der Finanzkrise. Die Vermarktung der Papier wurde aber erst möglich, nachdem die Lobbyisten auf die Regierung eintwirkte. In den USA gab es einen Untersuchungsausschuss, der zu den größten Gesetzesänderungen seit Roosevelt und zum Dodd-Frank-Act führte führte. Die BRD handelte amerikanischer als die USA. Ackermann war 2008 nicht nur Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, sondern gleichzeitig auch Präsident des weltgrößten Bankenlobbyverbandes International Institute of Finance.
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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon AlexRE » Fr 13. Okt 2017, 12:28

Bild
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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon Livia » Fr 13. Okt 2017, 16:47

AlexRE hat geschrieben:Bild


:lol: :lol:
Viele Leute würden bereitwillig zugeben, dass sie sich langweilen; aber kaum einer würde zugeben, dass er langweilig ist.

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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon AlexRE » So 12. Nov 2017, 17:44

Das Vertrauen muss natürlich auch auf Gegenseitigkeit beruhen ...

Bild
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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon icke » Di 22. Mai 2018, 12:03

Laut der Lünendonk-Trendstudie "Zukunft der Banken 2020" müssen sich Banken weiterhin auf einen Strukturwandel einstellen, da Rohstoffe der Informatik wie Rechengeschwindigkeit, Speicherplatz und Bandbreite nicht mehr so viel kosten, mehr Kunden leider mit Iphones zahlen und sich die Kundenbindung von der Bank hin zum APP-Anbieter verlagert.

leider nur als PDF-Datei vorhanden
https://www.google.com/search?q=Zukunft ... =firefox-b
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Re: Wirtschaft - Die Banken unseres Vertrauens.

Beitragvon icke » Mi 14. Nov 2018, 18:14

Die Commerzbank war seit dem Start dex Dax vor gut rund 30 Jahren im wichtigsten deutschen Börsenindex vertreten. Ende September musste sie nun ausgerechnet Wirecard weichen. Dieses UN gibt es erst seit rund 19 Jahren und bietet die Infrastruktur für Onlinebezahlungen an. Wirecard ist mit rund 23 Milliarden Euro an der Börse doppelt so viel wert wie die Commerzbank und hat inzwischen sogar die Deutsche Bank überholt. Auch die Deutsche Bank muss einen "Abstieg" verkraften und musste den EuroStoxx 50 verlassen, da es nicht mehr zu den 50 wertvollsten Börsenunternehmen in der Eurozone gehört.

Außerdem wurden die Aktienindizes verändert. Die Trennung zwischen Tech und Classic wurde aufgehoben. Werte aus dem TexDax können auch gleichzeitig im M- und S.dax notieren. Das trifft derzeit auf die Telekom, Infineo und SAP zu. Der M-Dax wurde auf 60 WErte erhöht, der S-Dax auf 70, nur der Tec-Dax blieb bei 30 Werten.
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