Direkte Demokratie

Soll die neue Verfassung Volksabstimmungen nach bekanntem Muster vorsehen oder muss man über neue, auf die Bundesrepublik zugeschnittene Modelle nachdenken?

Re: Direkte Demokratie

Beitragvon Livia » Mi 2. Dez 2015, 16:09

AlexRE hat geschrieben:Auf dem Facebook - Profil von RA H. Schmitz gesehen und kommentiert:

Die Grenzen der direkten Demokratie

Direkte Demokratie ist en Vogue. Für große politische Entscheidungen taugt sie indes nichts. Für die Parteien sehr wohl.

(...)


http://diekolumnisten.de/2015/12/02/die ... emokratie/

>> Ich bin für mehr direkte Demokratie, aber nicht »einfach so«. Wir müssen eine Kultur der Diskussion erst noch entwickeln. <<

Das sehe ich auch so. Eher könnte die Masse der Menschen einen Sinn für die kollektive Eigenverantwortung eines echten Volkssouveräns entwickeln als dass die von Lobbyisten umlagerten und dem Fraktionszwang unterliegenden Abgeordneten jemals die Rolle ausfüllen könnten, die der Art. 38 GG ihnen zuweist.


Das ist typisch für die Verlierer, wird ei uns auch immer so interpretiert. Ich glaube auch nicht dass man dazu eine Diskussion entwickeln muss, das Volk weiss was es will und hat es gerade hier bei dieser Abstimmung bewiesen. ;)
Viele Leute würden bereitwillig zugeben, dass sie sich langweilen; aber kaum einer würde zugeben, dass er langweilig ist.

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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon AlexRE » Di 12. Apr 2016, 06:35

Auf Facebook gesehen und kommentiert:

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 86533.html

Bild


>> Soll damit gesagt werden, dass Hitler, Stalin, Mao u.a. doch recht hatten? Und die alten Griechen lagen total falsch? <<

Genau das sagt er. Ob er das auch sagen wollte, ist wieder ein anderes Thema. Es gibt wohl eine nicht besonders intelligente Sorte von Intellektuellen, die den tieferen Sinn der eigenen Ergüsse nicht immer voll erschließen kann.
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Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon Staber » Di 12. Apr 2016, 18:00

So so Herr Augstein, der Ruf nach Demokratie kommt also aus der rechten Ecke.Habe ich das richtig gerafft? Das ist wohl der allerneueste "Neusprech". Da alles was von "rechts" kommt aber böse ist, ist also Demokratie auch böse und muss deshalb abgeschafft werden. Bestechend einfache linke logische Schlussfolgerung. Aber wahrlich eine verrückte Welt, wo die "Linke" selbst nicht mehr weiß ob sie noch "links" ist oder doch schon "rechts". :-)Ach Herr Augstein...ich liebe es wie Sie seit Jahren die Leute provozieren und zum Nachdenken bewegen, indem Sie sich hinstellen oder sitzen und ungeniert den allergrößten Unsinn erzählen. Immer wenn ich politisch etwas verloren bin sehe ich mir einfach an, was Sie sagen, denn alles was Sie sagen kann nur falsch sein ;) Aber solche Äußerungen kommen immer von denen, die sich für besonders schlau halten. Herr Augstein, Sie gehören nicht dazu, seien Sie sich dessen sicher!Ich würde Herrn Augstein recht geben, wenn wir das Chaos in Europa (Ukraine Krise, Schuldenkrise, Zinspolitik, Flüchtlingshilfe etc.) dem gemeinen Volke zu verdanken haben. So ist es aber nicht, es sind doch gerade die Parlamente mit ihren Vertretern ,die komplett Versagen und mit der Problembewältigung überfordert sind.
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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon AlexRE » Di 12. Apr 2016, 19:31

Staber hat geschrieben:Immer wenn ich politisch etwas verloren bin sehe ich mir einfach an, was Sie sagen, denn alles was Sie sagen kann nur falsch sein ;)


Immerhin ist er so etwas nützlicher als die meisten anderen politischen Journalisten. Die leisten fast gar keine politische Orientierungshilfe, während man bei Herrn Augstein zuverlässig weiß, dass das Gegenteil seiner Ergüsse richtig ist.
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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon maxikatze » Do 9. Jun 2016, 10:24

Jetzt auf phoenix: Debatte zum Ausbau der direkten Demokratie.
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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon Staber » So 17. Jul 2016, 13:42

Sind die Deutschen zu dumm für direkte Demokratie?





Omnibus_für_direkte_Demokratie-670x286.jpg

Foto: Omnibus für direkte Demokratie beim 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen auf der Bürgerweide /
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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon Livia » So 17. Jul 2016, 16:02

Staber hat geschrieben:Sind die Deutschen zu dumm für direkte Demokratie?





Omnibus_für_direkte_Demokratie-670x286.jpg

Foto: Omnibus für direkte Demokratie beim 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen auf der Bürgerweide /


Nein sind sie nicht, sie würden bei Volksabstimmungen einiges im politischen Sinn verbessern.
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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon AlexRE » Do 9. Mär 2017, 20:48

Auf Facebook gesehen und kommentiert:

Parteien = Anachronismus aus d. vorigen Jh.. Besser über Sachthemen volksabstimmen!


>> Das würde Sachverstand vorraussetzen. Dafür müsste das Bildungsniveau angehoben werden. <<

Das ist ein mickriges Scheinargument. Das einfache Volk muss immer für die Kosten von politischen Fehlern aufkommen und wird deshalb von Abstimmung zu Abstimmung immer klügere Entscheidungen treffen, sogar die Menschen mit niedrigem Bildungsstand.

Berufspolitiker dagegen, die beliebig Mist bauen und sich dabei immer die Taschen vollmachen können, werden auf alle Ewigkeit mit immer derselben Fahrlässigkeit oder auch bösen Absicht entscheiden.
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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon AlexRE » Mo 9. Dez 2019, 07:19

Da hat sich jemand richtig tiefschürfende Gedanken gemacht:

Demokratie minus Recht ist Unfreiheit

Ist die Demokratie das Ende der Geschichte?

(...)

Wer Millionen an Steuern zahlt, hunderte oder gar Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen hat, besitzt genau eine Stimme. Genau wie derjenige, der sein ganzes Leben vom Staat alimentiert wird, alle Ausbildungen abgebrochen und noch nie ein Buch gelesen hat. Da nach der Normalverteilungskurve in jeder Gesellschaft mehr Mittelmäßige und Schwache als Spitzenkönner vorhanden sind, werden sich jene mit ihrer Sicht in der Demokratie durchsetzen. Am Markt hingegen haben sie keinen oder nur eingeschränkten Erfolg. Daraus folgt: Jede Massendemokratie, egal ob direkte oder parlamentarische Demokratie, entwickelt sich zwangsläufig über kurz oder lang zu einem Umverteilungsstaat.

(...)


https://www.tichyseinblick.de/gastbeitr ... eschichte/

Das mit der zwingenden Entwicklung zum Umverteilungsstaat ist falsch. Die starken direktdemokratischen Elemente in der Verfassung Kaliforniens haben dazu geführt, dass auch notwendige Steuererhöhungen durch Volksabstimmungen blockiert wurden. Jetzt gibt es große Probleme mit der Finanzierung auch nur der Basisaufgaben des Staates wie die der öffentlichen Schulen.
Der Stuttgarter OB Rommel:

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Re: Direkte Demokratie

Beitragvon Uel » Di 10. Dez 2019, 18:10

Das mit der zwingenden Entwicklung zum Umverteilungsstaat ist falsch.


Natürlich ist das falsch, denn die Verteilungskurve über den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg sagt ja überhaupt Nichts über Intelligenz und das zutreffende Erkennen der Wirklichkeit aus. Wieviele Jahrhunderte haben die angeblich Intelligentesten den größten wissenschaftlichen Unsinn als Wahrheit verklärt. Die zitierte Kurve sagt mehr über die Zufälligkeit des wirtschaftlichen Glücks als über die Erkenntnisfähigkeit von Personen im Bezug zur Realität aus. Dass solche Dünnbrettbohrer in Sachen Logik wie der Artikel-Verfasser überhaupt unbeaufsichtigt solche Artikel veröffentlichen dürfen, zeigt wie dürftig es in den Medien mit Intelligenz bestellt ist.
Liebe Grüße
von Uel

Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke: --- Kein Plan übersteht den ersten Feindkontakt --- (gefunden bei Vince Ebert) Mein Zusatz: ... der Feind kann auch Realität heißen!
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