Demokratie und Informationsfreiheit

Soll die neue Verfassung Volksabstimmungen nach bekanntem Muster vorsehen oder muss man über neue, auf die Bundesrepublik zugeschnittene Modelle nachdenken?

Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon Uel » So 12. Feb 2012, 16:55


Taktik oder wirkliche Bedenken: das Bundesjustizministerium soll die ACTA-Geschichte erst mal ausgesetzt haben, wie die Medien zum Wochenende mitteilten.

Staber schrieb:
So viel anders machen wir das doch auch nicht – wenn ich Bundesverfassungsgericht und EUGh richtig verstanden habe


... ich hoffe doch, dass wir das bisher viel Anders machten. Es wurden von Parlamenten Gesetze (an denen zugegebener Maßen Lobbyisten getarnt oder auch offen mitformulierten) verändert, dann in xter Lesung verabschiedet, nach denen Gerichte dann zu urteilten haben.

... jetzt aber werden Gesetzes- oder Vertagstexte von privaten und öffentlichen Organisationen verhandelt, und zwar ganz dreist und offen "nichtöffentlich", die alle keinerlei parlamentarische Legitimation haben. Und diese Gangster erwarten, dass dies dann nachträglich ohne Änderungen durch die Parlamente der beteiligten Staaten der Welt gehen soll, damit alle Gerichte der Welt dann im Sinne der Wirtschaftsmächtigen die Weltbevölkerung abstrafen?

Uns bleibt nur Beten und Protestieren, dass es nicht so weit kommt.

Sollte die Firma Monsanto dabei gewesen sein, so wissen alle Nicht-Ganz-Dummen, wohin das führt: zur Patentierung der gesamten Schöpfung im Sinne und Interesse nur einer Firma (inzwischen 87% der genveränderten Nutzpflanzen). Denn für diese Perversen ist schon eine zufällige genetische Verunreinigung mittels Wind oder Insekten durch ihre Markergene eine kostenpflichtige "Verbesserung".
Liebe Grüße
von Uel


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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon Staber » So 12. Feb 2012, 18:34

Uel hat geschrieben:Taktik oder wirkliche Bedenken: das Bundesjustizministerium soll die ACTA-Geschichte erst mal ausgesetzt haben, wie die Medien zum Wochenende mitteilten.



@Uel
Das bedeutet nun jedoch nicht, dass Deutschland dieses Abkommen überhaupt nicht mehr unterzeichnen wird. Stattdessen wurde das Ganze verschoben, so dass von einer "vorläufigen Verweigerung" die Rede ist. Zuvor hieß es vom Auswärtigen Amt noch, Deutschland habe den Vertrag nur aus formalen Gründen nicht unterzeichnet.

gruß staber :)
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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon Uel » So 12. Feb 2012, 19:15

@Uel
Das bedeutet nun jedoch nicht, dass Deutschland dieses Abkommen überhaupt nicht mehr unterzeichnen wird. Stattdessen wurde das Ganze verschoben, so dass von einer "vorläufigen Verweigerung" die Rede ist. Zuvor hieß es vom Auswärtigen Amt noch, Deutschland habe den Vertrag nur aus formalen Gründen nicht unterzeichnet.

gruß staber :)


... schau´n wa ma!

... die FAZ scheint sich da nicht so sicher, wie Du, Staber:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/urheberrecht-im-internet-ad-acta-war-gestern-11644702.html

nur ein Zitat aus dem Artikel, zum "Anfüttern", zum "An- bis Aufregen":
Guy Kirsch, emeritierter Professor der Universität Freiburg, und Volker Grossmann, Lehrstuhlinhaber für Makroökonomie an derselben Universität, schrieben jüngst in der „Neuen Züricher Zeitung“ sogar: „Es ist kaum eine Übertreibung, wenn man die hinter dem Copyright verschanzte Musikindustrie mit Raubrittern vergleicht.“


Liebe Grüße
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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon Staber » So 12. Feb 2012, 23:39

Uel hat geschrieben:[color=#0000BF]
@Uel... schau´n wa ma!


Dat kann ich dich abba flüstern sach ich Dich!

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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon maxikatze » Do 23. Apr 2015, 09:55

Uel hat geschrieben:

...Uns bleibt nur Beten und Protestieren, dass es nicht so weit kommt.

Sollte die Firma Monsanto dabei gewesen sein, so wissen alle Nicht-Ganz-Dummen, [color=#FF0000]wohin das führt: zur Patentierung der gesamten Schöpfung im Sinne und Interesse nur einer Firma
(inzwischen 87% der genveränderten Nutzpflanzen). Denn für diese Perversen ist schon eine zufällige genetische Verunreinigung mittels Wind oder Insekten durch ihre Markergene eine kostenpflichtige "Verbesserung".
[/color]


Das schrieb Uel am 12.02. 2012!! Hat sich seine Prophezeiung bewahrheitet? Monsanto ist auf dem besten Weg, jede Obst-und Gemüsesorte zu patentieren.
Monsanto - raus aus Europa!!

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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon Staber » Do 23. Apr 2015, 11:06

@Maxikatze
Monsanto - raus aus Europa!!


Richtig!
Ich wünsche und hoffe,dass immer mehr Menschen verstehen,was "Monsanto" bedeutet. Film:
"Monsanto mit Gift und Genen!Ein Film von Marie-Monique Robin.
90% des angebauten Gensamens sind Produkte von Monsanto!!!So etwas nennt man Monopol.
Anders herum ,wenn schon Konzerne bei der Bekämpfung des Hungers auf der Welt helfen können, dann eher Konzerne wie Mercdes und MAN. In Indien verrotten jährlich millionen Tonnen von Getreide, weil die Transportkapazietäten fehlen, und nicht weil es zu wenig Getreide gibt. Auch im real existierendem Sozialismus war meistens nicht die Produktion das Problem, sondern Lagerung und Verteilung.
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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon maxikatze » Do 23. Apr 2015, 12:22

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Monsanto ist selber der Auffassung:
Sechs Prozent sind dafür, aber Null Prozent halten sie (gentechn.veränderte Pflanzen) für nicht sinnvoll.
:!:
Also müssen Patente auf Gemüsesorten her, damit der Krieg gegen Bauern sowie auch Kleingärtner fortgesetzt werden kann. Den Anfang machte Monsanto jüngst mit Brokkoli.
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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon Quer » Do 23. Apr 2015, 15:04

Wie kann man ein Patent auf Pflanzen gewähren? Das geht ja wohl nur, wenn es sich um Pflanzen handelt, die nicht natürlich - einfach so - wachsen. Brauchen wir dann auch Patente für Luft, Wasser, Erde? Ach nö, dann müsste ja die Luft, das Wasser und Erde nicht auf natürlichem Wege uns zur Verfügung gestellt worden sein. Das schaffen wir auch noch. :roll:
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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon maxikatze » Do 23. Apr 2015, 23:13

Quer hat geschrieben:Wie kann man ein Patent auf Pflanzen gewähren? Das geht ja wohl nur, wenn es sich um Pflanzen handelt, die nicht natürlich - einfach so - wachsen. Brauchen wir dann auch Patente für Luft, Wasser, Erde? Ach nö, dann müsste ja die Luft, das Wasser und Erde nicht auf natürlichem Wege uns zur Verfügung gestellt worden sein. Das schaffen wir auch noch. :roll:



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Re: Demokratie und Informationsfreiheit

Beitragvon maxikatze » Fr 24. Apr 2015, 00:13

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